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Grünes Licht für den Cupfinal

Der Cupfinal vom Ostermontag findet definitiv in Bern statt. Die Stadt Bern hat die Bewilligung für das Spiel erteilt. Auch Fanmärsche werden toleriert.

Ja zum Cupfinal: Berns Sicherheitsdirektor Reto Nause.
Ja zum Cupfinal: Berns Sicherheitsdirektor Reto Nause.
Manuel Zingg (Archiv)

Die Stadt liess sich Zeit mit der nötigen Bewilligung für den Cupfinal. Erst am letzten Mittwoch war sie sich mit dem Schweizerischen Fussballverband einig. «Es war eine Einigung in letzter Minute», sagte Sicherheitsdirektor Reto Nause am Freitagmorgen an der einberufenen Pressekonferenz.

Nun ist also klar, dass das Cupfinale zwischen dem FC Basel und dem FC Zürich im Stade de Suisse ausgetragen wird. Auch Fanmärschen steht nichts im Weg. Das überrascht insofern, dass Nause im vergangenen Jahr verkündete, dass es keine Fanmärsche mehr durch Bern geben wird. Nach den Gesprächen mit dem SFV und den Clubs sieht das nun anders aus. Dank dem «Hooligan»-Konkordat habe man nun die Möglichkeit mit Auflagen für einen möglichst sicheren Ablauf zu sorgen.

Die Anreisezeit der beiden Fan-Lager wurde festgelegt, ebenso Sammelplatz, Marschroute und der Zeitpunkt des Eintreffens im Stadion. «Bei der Bewilligung für die Fanmärsche kommen quasi die gleichen Rahmenbedingungen zum Tragen wie bei irgendeiner Kundgebung», sagte Nause. Wer wann und wo den Umzug zum Stade de Suisse startet, ist noch nicht bekannt.

Angepfiffen wird das Spiel am 21. April bereits um 14.00 Uhr. Die Fans hielten sich dadurch weniger lang in der Innenstadt auf und hätten um diese Zeit auch weniger Alkohol intus, sagte SFV-Generalsekretär Alex Miescher.

Kostenfrage noch nicht ganz geklärt

Ob sich der Verband an den Sicherheitskosten der Stadt Bern beteiligt, ist offen. Der SFV hat sich aber bereit erklärt, «je nach Ausgang des Anlasses» einen Beitrag bis zu 200'000 Franken zu leisten. Damit liesse sich ein Teil der Kosten tragen.

Traditionell ist der Cupfinal eigentlich «gebührenbefreit» - die Stadt Bern zahlt die ganzen Polizeikosten.

Nause und Miescher bekräftigten am Freitag vor den Medien, der Cupfinal gehöre in die Bundesstadt. Deshalb seien die «harten Verhandlungen auf Augenhöhe» gerechtfertigt gewesen. «Wir sprechen von einer 90-jährigen Sporttradition, dafür lohnt es sich zu kämpfen», sagte Miescher.

Aufruf an die Fans

Nause betonte, dank des vom bernischen Stimmvolk genehmigten Hooligan-Konkordats können man nun mit dem SFV «auf Augenhöhe» verhandeln. Nun sei es an den Fans, zu einem friedlichen Fest beizutragen. Auch die Medien sollten ihre Verantwortung wahrnehmen, mit Augenmass über das Geschehen berichten und nicht jeden anonymen Kommentar in einem Fan-Forum zum Anlass für wilde Spekulationen nehmen.

Nach Presseberichten über angeblich zerstörungswütige Basler Fans feilschte die Stadt Bern tagelang mit dem SFV und den beteiligten Klubs FC Zürich und FC Basel über die Modalitäten. Der SFV suchte zur Sicherheit bereits ein «Ausweichstadion» und wurde in Basel fündig.

Die Stadt Bern fürchtet vor allem Ausschreitungen wie 2013, als GC- und FCB-Fans am Rand der Fanmärsche durch die Innenstadt randalierten.

Appell an die Medien

Reto Nause hofft, dass auch die Medien einen Beitrag zu einem friedlichen Cupfinal leisten. Das machte er am Freitag an der Pressekonferenz im Stade de Suisse deutlich. Nause rief die «lieben Medienschaffenden» dazu auf, in der Berichterstattung «eine gewisse Zurückhaltung beziehungsweise Nüchternheit» zu üben. Spekulationen darüber, was alles passieren könnte, «haben das Potenzial, die Stimmung anzuheizen».

Er werde jedenfalls in den kommenden zehn Tagen keine solchen Fragen beantworten, betonte Nause und fügte an: «Nicht jeder martialische Forums-Beitrag einer Einzelperson ist eine öffentliche Würdigung wert.» In diesem Sinn stünden auch die Medien in der Verantwortung.

Nause spielte auf Zeitungsberichte an, die Gewaltaufrufe in Fan-Foren thematisiert hatten. Man wolle Bern in Schutt und Asche legen, stand etwa in einem Forum von FC-Basel-Fans zu lesen. Wer das geschrieben hat, ist dem Vernehmen nach auch den Fan-Gruppierungen des FCB unbekannt, die sich an den Verhandlungen mit der Stadt Bern beteiligten.

Gestaffelte Anreise

Wer wann und wo den Umzug zum Stade de Suisse startet, ist bereits geplant. Details können sich aber noch ändern. Deshalb werden die Routen noch nicht kommuniziert. Laut SBB-Sprecher Christian Ginsig treffen die Fanzüge beider Lager gestaffelt am Berner Hauptbahnhof ein. Drei Extrazüge der FCZ-Anhänger kommen um 9.34, 9.36 und 10.06 Uhr in Bern an. Zwei Extrazüge aus Basel treffen um 11.34 und 11.36 Uhr ein. Die Fans beider Lager werden den Bahnhof via «Welle» am Westausgang verlassen müssen, die Bahnhofshalle bleibt für sie gesperrt.

Nach dem Match erfolgt die Rückreise der Basler Fans per Extrazug ab dem Bahnhof Wankdorf, die Zürcher Fans sollen in Ostermundigen den Extrazug besteigen. Angepfiffen wird das Spiel am 21. April bereits um 14.00 Uhr. Die Fans hielten sich dadurch weniger lang in der Innenstadt auf und hätten um diese Zeit auch weniger Alkohol intus, sagte SFV-Generalsekretär Alex Miescher.

Unbewilligter Fanmarsch als «schlimmstes Szenario»

Im übrigen liege es im gemeinsamen Interesse von Stadt Bern und Verband, dass der Cupfinal friedlich über die Bühne gehe. Der SFV sei in die Verhandlungen gestiegen mit der Meinung, «dass ein behördlich verbotener Fanwalk möglicherweise mehr Probleme schafft als ein moderierter Fanwalk».

Werde ein Fanmarsch verboten, ignorierten die Fans womöglich die Extrazüge und gelangten im normalen Zugsverkehr zum Hauptbahnhof Bern. Das lasse sich nicht verhindern. Für die SBB sei dies laut Miescher «das schlimmste Szenario». Die nun getroffene Lösung sei weit besser.

(SDA)

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