Gemeinderat gegen Bau eines RBS-Depots in Bätterkinden

Das Regionalbahnunternehmen RBS will in Bätterkinden ein neues Bahndepot bauen.

Das neue RBS-Depot in bleibt weiterhin Thema. Symbolbild / Archiv

Das neue RBS-Depot in bleibt weiterhin Thema. Symbolbild / Archiv

(Bild: Adrian Moser)

Dabei stösst die RBS mit ihren Plänen in der Bevölkerung auf grosse Skepsis. An einem Informationsanlass haben die Einwohner Unterstützung vom Gemeinderat erhalten. Für den Gemeinderat seien keine Vorteile erkennbar, weshalb er sich gegen den Bau eines RBS-Depots in Bätterkinden ausspreche, sagte Gemeindepräsident Beat Linder.

Nur gerade zwei Monate wurde für die Suche eines Standorts aufgewendet, bemängelte die Gemeinde in einer Mitteilung. Aus der von der RBS in Auftrag gegebene Studie würden mindestens ebenso geeignete Standorte hervorgehen. Insbesondere der Bereich Umwelt schneide beim favorisierten Standort «Leimgrube» nur als bedingt geeignet ab. Besser geeignete Standorte in diesem Bereich würden anscheinend aus finanziellen Gründen nicht weiterverfolgt, so der Gemeinderat.

Schon Anfang September teilte die Regionalverkehr Bern Solothurn RBS ihren bevorzugten Standort mit. In der Gesamtsicht sei der Standort Bätterkinden «Leimgrube» neben der Kartoffelzentrale beim Bahnhof am besten geeignet für ein Depot, wiederholte RBS-Direktor Fabian Schmid am Donnerstagabend an einem Informationsanlass in Bätterkinden.

Das Bahnunternehmen sucht nach einer Landfläche von rund vier Hektaren, um mindestens 13 zusätzliche Züge unterzustellen. Bereits im Mai war die Bevölkerung in Bätterkinden über die Pläne informiert worden, damals stand noch der «Stockacher» im Vordergrund. Am zweiten Informationsanlass stellte der RBS-Direktor die Details zur Standortwahl vor.

Angst vor zu viel Lärm

Die Skepsis gegenüber einem Bahndepot unter den Einwohnern ist gross. Die Anwesenden in Bätterkinden zeigten sich vor allem wegen der hohen Lärmemissionen und der Nachtruhe besorgt. Landverlust und ein jahrelanges Bauprojekt gehörten auch zu den Beschwerden. Viele Direktbetroffene meldeten sich zu Wort.

Gegen den Standort in Bätterkinden hat sich zudem eine Interessen-Gemeinschaft von Einwohnern aus Bätterkinden gebildet. «Wir werden von der RBS jeweils nur über die neuste Variante informiert», schrieben die Vertreter in einem ausgeteilten Flyer. Sie forderten die Gemeinde auf, eine eigene Standortbewertung vorzunehmen. An der Informationsveranstaltung waren rund 200 Einwohner anwesend.

Auch Vertreter des Planungsbüros Infraconsult nahmen teil, welche 24 Standorte entlang der Linie Bern-Solothurn unter die Lupe genommen hatte. Fünf geeignete Standorte, darunter drei in Bätterkinden und zwei in Jegenstorf, untersuchte Infraconsult in einer engeren Auswahl und empfahl schlussendlich den Standort «Leimgrube».

Die «Leimgrube» neben der Kartoffelzentrale weise hinsichtlich Raumplanung und Landschaft beträchtliche Vorteile auf, so die RBS. Deshalb habe man beschlossen, den bisher favorisierten Standort «Stockacher» nicht weiterzuverfolgen.

Beschränkte Handlungsmöglichkeit

Im September plant die RBS den Antrag für einen Eintrag in den Richtplan zu stellen. Im Mai 2017 soll der Regierungsrat den Richtplan verabschieden.

Will sich die Gemeinde und Privatpersonen wehren, gibt es die Möglichkeit der Beschwerde im Baubewilligungsverfahren. Die Handlungsmöglichkeiten der Gemeinde Bätterkinden ist jedoch begrenzt. Es gibt den rechtlichen Tatbestand des übergeordneten öffentlichen Interesses, welcher ein Vetorecht der Gemeinde verhindern würde, erinnerte Schmid an der Veranstaltung. Die RBS wolle aber gemeinsam mit der Gemeinde so gut wie möglich eine Lösung finden.

Das Depot soll voraussichtlich Ende 2023 in Betrieb genommen werden. Die RBS rechnet mit Baukosten in Höhe von 30 bis 50 Millionen Franken. Nötig ist das Depot, weil die Bahn mit ihren bisherigen Abstellanlagen an Kapazitätsgrenzen stösst, da künftig längere Züge verkehren.

net/sda

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