Gegen die neue Sillerenbahn regt sich bereits Widerstand

Im Weiler Gilbach oberhalb von Adelboden ist man nicht glücklich mit den Neubauplänen der Bergbahnen.

Ab 2022 soll die Sillerenbahn modern daher kommen.

Ab 2022 soll die Sillerenbahn modern daher kommen.

(Bild: zvg)

Anita Bachmann@anita_bachmann

Vor knapp zwei Wochen gaben die Bergbahnen Adelboden ihre Neubaupläne bekannt. Sie wollen für 23 Millionen Franken vom Tal aus eine neue 10er-Gondelbahn direkt auf den Sillerenbühl bauen. Die heutige Sillerenbahn, die seit 1990 in Betrieb ist, führt über zwei Zwischenstationen hinauf.

Nun regt sich erster Widerstand gegen die neue, direkte Linienführung. Etwas oberhalb von Adelboden liegt der Weiler Gilbach. Ein Teil der Liegenschaftsbesitzer hat sich mit einem Schreiben an das Bergbahnunternehmen und die Medien gewandt. Denn die neue Seilbahn würde über den Weiler führen, der aus rund einem Dutzend Ferienhäuser, einigen Bauernhöfen und dem Hotel-Restaurant Des Alpes besteht. Die Interessengemeinschaft Pro Gilbach befürchtet die Verbauung der Aussicht und Lärm. Zudem werde das «wunderschöne Naturgebiet Gilbach komplett quer durchschnitten», heisst es im Schreiben.

Die IG Pro Gilbach kritisiert das Projekt aber auch grundsätzlich. Die Bergbahnen würden den Neubau nur planen, weil sie der Konkurrenz im Jungfraugebiet etwas entgegenhalten wollten. Ein solches «spekulatives Wettrüsten» könne nicht unterstützt werden. In Grindelwald wollen die Jungfraubahnen eine neue Gondelbahn nach Eigergletscher bauen und die Männlichenbahn ersetzen, deren Konzession ausläuft. Die Betriebsbewilligung für die Sillerenbahn würde hingegen noch bis 2033 laufen.

Die Problematik, dass die neue Gondelbahn bei direkter Linienführung über den Weiler Gilbach führt, scheint dem Bergbahnunternehmen bewusst zu sein. Im offiziellen Flyer über das Projekt für die Bevölkerung wird darauf hingewiesen, dass die neue Gondelbahn leiser sei und mit mehr Abstand zum Boden fahren werde. «Dies betrifft gerade auch den geplanten Abschnitt im Gilbach, welcher in einer Höhe von 30 bis 40 Metern überfahren wird.» Er habe für die Bedenken der Grundeigentümer Verständnis, sagt Bergbahndirektor Markus Hostettler auf Anfrage. Allerdings schätze er die Beeinträchtigungen als nicht allzu schlimm ein.

«Bahn dient dem Fortschritt»

Nicht nachvollziehen kann Hostettler hingegen weitere Kritik an der Kommunikation der Bergbahnen. Die IG Gilbach wirft dem Unternehmen vor, nicht alle Eigentümer aus dem Weiler vorgängig informiert zu haben. Zudem hätten die Bergbahnen den Widerstand in der Öffentlichkeit verschwiegen und einen ersten Brief der IG nicht beantwortet. Hostettler hält dagegen: «Wir haben ihnen geantwortet.» Noch seien aber nicht einmal die Begehungen und Vermessungen abgeschlossen. Man brauche mehr Zeit, auch um etwa die Pläne mit den Natur- und Landschaftsschutzorganisationen anzuschauen. Alternativen zur direkten Linienführung gibt es allerdings nicht. «Wir haben keinen Plan B», sagt Bergbahndirektor Hostettler.

Nicht alle in Gilbach sind gegen die neue Seilbahn. «Wir unterstützen die Sillerenbahn, egal wo sie entlang führt», sagt Ilona Richter, Mitinhaberin des Hotel-Restaurants Des Alpes. Tangiert würden ohnehin nur am Rande zwei Grundstücke, zudem seien die Betroffenen lediglich Zweitwohnungsbesitzer. «Die neue Bahn dient dem Fortschritt», sagt die Hotelière.

Der Bund

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