Frustrierende Lektion für die Jugend

Das sehr knappe Ergebnis zeigt zwar eine generelle Zustimmung zum Klimaschutz. Die Hauptlektion ist aber: Sobald es um konkrete, auch kleine, Schritte geht, dann harzt es.

Klima-Demonstration am 18. Januar in Bern.

Klima-Demonstration am 18. Januar in Bern. Bild: Franziska Rothenbühler

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Für die Schüler und Schülerinnen, die für den Klimaschutz auf die Strasse gegangen sind, ist das knappe Nein zum revidierten Berner Energiegesetz frustrierend – auch wenn sich wohl etliche nur am Rande mit der Vorlage befasst hatten. Denn das sehr knappe Ergebnis zeigt zwar eine recht hohe generelle Zustimmung zum Klimaschutz. Die Hauptlektion ist aber: Sobald es um konkrete, auch kleine, Schritte geht, dann harzt es.

In der Sache hat der obsiegende Hauseigentümerverband nicht ganz unrecht, wenn er betonte, dass der Trend im Gebäudesektor in die richtige Richtung geht – weg vom Heizöl. Sicher ist auch positiv, dass der Abstimmungskampf die Alternativen – erneuerbare Heizsysteme und bessere Isolation – breiter bekannt machte. Denn allzu viele Hausbesitzer tun einfach, was zuvor der Nachbar tat, wenn eine Heizung am Ende ist: eine neue Ölheizung installieren.

Wie weit das von der Hausbesitzerlobby beschworene freiwillige Engagement bei den problematischsten der alten Häuser trägt, die oft Energieschleudern sind, wird sich weisen. An die Grenzen dürfte es stossen, wenn Stockwerkeigentümer oder Erben sich nicht einigen können. Das nun gescheiterte Energiegesetz hätte hier verbindliche Leitplanken für eine schrittweise energetische Verbesserung in dieser Problemzone gesetzt.

Für den Klimaschutz in der Schweiz ist das Berner Nein ein weiteres schlechtes Signal, nachdem bereits das neue CO2-Gesetz im Nationalrat vorerst gescheitert ist. Der Ständerat muss sich nun überlegen, ob er für den Gebäudesektor nationale Regeln erlässt, da die Kantone offenbar nicht in der Lage sind, ihre eigenen Mustervorschriften umzusetzen. Auch gegen nationale Regeln werden aber jene Lobbys antreten, die nun das Berner und zuvor das Solothurner Energiegesetz zu Fall brachten. Die Klimajugend kommt nicht darum herum, sich damit zu befassen, wie die Politik real tickt. Trotz ihrer Jugend bleibt ihr dafür nicht viel Zeit. Denn der CO2 muss – auch in der Schweiz –rasch sinken, wenn die Klimaerwärmung in Grenzen gehalten werden soll.

(Der Bund)

Erstellt: 10.02.2019, 16:27 Uhr

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