Französisch auf Bieler Autobahnschildern

Die Beschilderung der neuen Autobahnumfahrung von Biel soll verbessert werden. Die französische Sprache erhält mehr Gewicht.

Der A5-Ostast kurz vor dessen Eröffnung.

Der A5-Ostast kurz vor dessen Eröffnung. Bild: Adrian Moser

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Wie die Stadt Biel und zwei in Biel ansässige Organisationen am Donnerstag mitteilten, kam der Kompromiss nach einem Treffen mit Bundesrätin Doris Leuthard zustande. An diesem Treffen nahm auch Jürg Röthlisberger teil, der Direktor des Bundesamts für Strassen (Astra), das zu Leuthards Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) gehört.

Wie Astra-Sprecher Guido Bielmann auf Anfrage bestätigte, will das Astra der Zweisprachigkeit Biels besser Rechnung tragen. Es ist bereit, neun Schilder mit der einsprachigen Aufschrift «Biel» durch «Biel/Bienne» zu ersetzen. Dies aber im Rahmen des normalen Unterhalts in den nächsten Jahren.

Wenn die Stadt Biel und regionale Organisationen sofort neue Schilder haben wollten, müsste die Finanzierung durch Dritte erfolgen, sagte Bielmann weiter. Konkret müssten ihm zufolge die Stadt Biel oder der Kanton Bern in die Tasche greifen. Es geht um rund 20'000 Franken.

Kurz vor der Eröffnung des neuen A5-Ostasts war bekannt geworden, dass nicht alle Schilder entlang dieser Nationalstrasse zweisprachig gehalten sind. Das sorgte in der grössten zweisprachigen Schweizer Stadt für Missstimmung - ein französischsprachiger Bieler Gemeinderat blieb der Eröffnung aus Protest fern. Der Anteil Französischsprachiger an der Gesamtbevölkerung macht in Biel 42 Prozent aus.

«Champs-de-Boujean» wird geprüft

Wie die Bieler Verkehrsdirektorin Barbara Schwickert am Donnerstag auf Anfrage sagte, stört sich die Stadt Biel einerseits an Schildern auf dem Brüggmoos. Auf denen steht einfach «Biel» und nicht der offizielle Doppelname «Biel/Bienne». Das sind die neun Schilder, die zuallererst ersetzt werden sollen. Andernorts auf dem A5-Ostast gibt es zweisprachige Schilder «Biel/Bienne», so etwa im Längholztunnel Richtung Bözingenfeld.

Anderseits gibt es verschiedene Hinweisschilder, die rein deutsch sind, etwa jenes, das Automobilisten die Autobahnverzweigung Biel-Bözingenfeld ankündigt. Diesbezüglich hat sich der Bund bisher auf den Standpunkt gestellt, solche Namen dürften im Interesse der Verkehrssicherheit nicht übersetzt werden.

Lediglich Ortsschilder dürften unter bestimmten Bedingungen zwei Ortsnamen tragen. «Biel/Bienne» sei eine Ausnahme im Strassenverkehrsrecht. In diesem Sinn hat der Bundesrat kürzlich eine Motion des bernjurassischen Nationalrats Manfred Bühler zu den Bieler Autobahnschildern beantwortet.

Laut dem neuen Communiqué will nun das Astra untersuchen, ob Bezeichnungen wie «Bözingenfeld» auch mit der französischen Entsprechung «Champs-de-Boujean» ergänzt werden könnten. Er werde sich in den kommenden Monaten dazu mit der Berner Kantonspolizei austauschen, steht in der Mitteilung.

Nichts wissen wollen die Bieler Regionsvertreter vom Vorschlag des Bundes, den geplanten, aber umstrittenen A5-Westast im Interesse einer ausgewogenen Beschriftung mehrheitlich französischsprachig zu beschildern. Das widerspreche dem gelebten Verständnis der Zweisprachigkeit in Biel.

Niemand will Fehler begangen haben

In der Mitteilung der Stadt Biel und der beiden regionalen Organisationen steht auch, dass diese die Beschriftung «Biel» im Brüggmoos als «Fehler» betrachten, «der umgehend und auf Kosten der zuständigen Behörden behoben werden muss.» Die Mitteilung verschickt haben ausser der Stadt Biel auch das Forum für die Zweisprachigkeit in Biel und der Rat für französischsprachige Angelegenheiten des zweisprachigen Verwaltungskreises Biel.

Doch wer hat den Fehler begangen? «Das ist uns auch nicht ganz klar», sagt Schwickert. «Entweder der Bund oder der Kanton». Die bernische Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion verweist auf Anfrage aufs Astra. Doch Astra-Sprecher Bielmann sagt dazu: «Das Projekt ist Teil der Netzfertigstellung der Schweizer Nationalstrassen. Die Netzfertigstellung untersteht den Kantonen.» (net/sda)

Erstellt: 08.02.2018, 18:07 Uhr

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