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Flotte Fahrt 
von Köniz bis Dübystrasse

Die Streckenchronik «Abgefahren» spürt vor der Tram-Abstimmung am 28. September dem speziellen öV-Gefühl im 10er-Bus nach. Zweite Etappe: Köniz Zentrum bis Dübystrasse.

Von Köniz näher an die Stadt: Unbehindert dem Liebefeldpark entlang.

Köniz-Zentrum ab 07.56: Warten an der Bushaltestelle Köniz-Zentrum ist immer spannend: Hier gilt auf einer Hauptverkehrsachse Tempo 30. Wie arrangieren sich Autolenker und Fussgängerinnen? Wie bunt ist das Treiben auf dem grauen Mittelstreifen? Wo steckt die internationale Delegation, die wohl wieder die wegweisende «Könizer Lösung» studiert? Diese Delegationen müssen sich beeilen: Kommt das Tram, wird aus dem heute hindernisfreien und die Weite betonenden Platz wieder stärker eine Strasse: bis zu 24 Zentimeter hohe Strassenraum­kanten sollen den Einsteig erleichtern, Tramschienen werden die Aufmerksamkeit der Velomobilen ein­fordern. Dafür wird die Tempo-30-Zone bis hin zum Gemeindehaus und bis zum Brühlplatz ausgedehnt. Doch jetzt naht der Bus. Er kommt – fast – pünktlich. Ein Dutzend steigt aus, zwei Dutzend steigen zu.

Brühlplatz an 07.57: Vier steigen aus, zwölf steigen zu. Der Bus fährt wie auf Schienen. Und kommt das Tram, wird auch dieses hier unbehindert den Liebefeld-Park entlangpfeilen. Allerdings: Dem Park wird ein schmaler Streifen abgezwackt. Die heutige Hecke muss näher an die Baumreihe rücken. Das Trottoir entlang des Parks wird verschwinden. Der Fortschritt wird die Fussgängerinnen nötigen, quer durch den Park zu schlendern.

Liebefeld-Park an 07.58: Sieben steigen aus, erneut zwölf steigen zu. Liebefeld-Park ist jene Ecke von Köniz, wo die Gemeinde Urbanität zelebriert und sich wohl auch Skeptiker des Trams dessen Stärke vorstellen können: Rechter Hand hat der Bund ein weiteres, immens grosses Verwaltungsgebäude hochgezogen. Bis in einem Jahr werden hier 700 neue Arbeitsplätze angesiedelt. Weitere 600 sind auf längere Sicht geplant. Die Zahl jener, die hierherpendeln, klettert laufend hoch. In der Terminologie der Planer lautet das Hauptziel hier deshalb, «zwischen der Haltestelle Liebefeld-Park und der S-Bahn-Station Liebefeld einen attraktiven Umsteigeknoten zu gestalten». Will heissen: Die urbane Ecke soll noch urbaner werden.

Hessstrasse ab 07.59: Neun steigen aus, dreizehn steigen zu. Dem Tempo nach sind es verspätete Schüler, die noch auf dem Trittbrett Schwung holen und subito in Richtung Schule Steinhölzli rennen. Drinnen im Bus herrscht lärmige Stille. Niemand plaudert. Viele versorgen sich per Kopfhörer individuell mit reichlich Schall und fingern auf einem Kleinbildschirm herum. Eine gehbehinderte Dame erbittet sich einen Platz. Sie bleibt zunächst unerhört.

Dübystrasse an 08.00: Vier steigen aus, elf steigen zu. Keiner kommentiert die Querung der Grenze von Köniz nach Bern. Früher nuschelte der Chauffeur kurz vor der Dübystrasse noch «Station Gemeindegrenze» ins Mikrofon.

Hier geht's zum interaktiven Streckenplan.

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