Bundesfeier-Feuerwerk in Bern auf der Kippe

Im Kanton Bern wird es immer heisser und trockener. Deswegen könnten Feuerwerksspektakel am Nationalfeiertag ins Wasser fallen.

Solche Szenen könnten dieses Jahr ausbleiben.

Solche Szenen könnten dieses Jahr ausbleiben.

(Bild: Thomas Reufer)

Calum MacKenzie@CalumMacKenzie0

Die Gefahr eines Waldbrandes wird im Kanton Bern immer grösser. Am Donnerstagnachmittag hat das kantonale Amt für Wald (Kawa) die Gefahrenstufe im Berner Mittelland, im Berner Jura und in den Voralpen auf die zweithöchste Stufe «gross» angehoben. Im Oberland bleibt das Waldbrandrisiko auf der Stufe «erheblich».

Wenige Zeit später reagierte das Regierungsstatthalteramt. In den von der höheren Einstufung betroffenen Verwaltungskreisen wurde ein Feuerverbot im Wald und in Waldesnähe verhängt. Auch ausserhalb dieser Zonen dürfen Grillfeuer nur in fest eingerichteten Feuerstellen und mit grosser Vorsicht entfacht werden. Bei starkem Wind ist ganz darauf zu verzichten.

Mit Hinblick auf den 1. August wird die Lage am Montag neu beurteilt. Nach den aktuellen Vorschriften wird bei offiziellen Feuerwerksspektakeln die Feuerwehr vor Ort sein müssen. Private dürfen ihre Feuerwerkskörper nur auf befestigtem Untergrund abfeuern. «Wenn das Wetter so bleibt, wie es ist, muss man aber damit rechnen, dass es ein generelles Feuerverbot gibt», sagt Christoph Lerch, Regierungsstatthalter Bern-Mittelland. «In diesem Fall würde man das Abfeuern von Feuerwerk gänzlich verbieten.»

«Dass das Feuerwerk auf dem Gurten abgesagt werden muss, ist auch ein Szenario.»Benjamin Sterchi Leiter Beziehungspflege und Kommunikation der Stadtkanzlei Bern.

Ein generelles Feuerverbot gab es zuletzt 2015. «Die jetzige Situation kann man mit der damaligen vergleichen», sagt Nils Hählen, Leiter der Abteilung Naturgefahren des Kawa. «Damals waren die Sommermonate besonders trocken, diesen Sommer hatten wir mehr Niederschläge», sagt er. «Dafür währt die Trockenheit eigentlich schon seit März.» Wegen der längeren Trockenphase und weil für die nächste Zeit keine relevanten Niederschläge in Aussicht seien, habe man die Gefahrenstufe angehoben. «Es kann punktuelle Gewitter geben, aber um die Lage zu entschärfen, braucht es grossflächigen Niederschlag.»

Hoffen auf Regen

«Ich bleibe positiv und hoffe auf Regen», sagt Wilfred «Knallfred» Burri. «Aber die Realität sieht nicht gut aus.» Für Burris Berner Feuerwerkladen sei das Vorfeld des 1. August die beste Zeit im Jahr. Ein generelles Feuerverbot könnte für ihn verheerend sein. «Wenn dieser Umsatz wegfällt, ist das sehr schlimm.» 2015 habe er aber dieselbe Situation überlebt. «Eine Katastrophe wird es nicht sein.» Auch grössere Detailhändler machen sich auf ein generelles Verbot gefasst. Sollte eines im Kanton Bern verhängt werden, plant Coop Feuerwerk aus dem Sortiment zu entfernen, die Migros Aare entschied am Donnerstag bereits, dass sie den Feuerwerksverkauf ab Freitag einstellt. Bei beiden kann man im Fall eines Verbots ungebrauchte Feuerwerkskörper zurückbringen.

Auch das Organisationskomitee der Berner Bundesfeier beobachtet die Situation. Mit verschiedenen Institutionen müsse abgeklärt werden, wie das geplante Feuerwerksspektakel auf dem Gurten durchgeführt werden könne, sagt Benjamin Sterchi, Mitglied des OK. «Wir arbeiten mit Hochdruck daran, mit allen Beteiligten die beste Lösung zu finden.» Man wolle keine Risiken eingehen. «Bei uns gilt ‹safety first›. Dass das Ganze abgesagt werden müsse, sei auch ein Szenario. Am Freitag ist mit einem Entscheid zu rechnen.

Der Bund

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