Fahrende bei Wileroltigen sind weg

Am Mittwochabend begann der Aufbruch der Fahrenden bei Wileroltigen. Die letzten wurden vom Regen am Donnerstag aufgehalten.

Als die Wohnwagen noch nicht im Schlamm versanken: Die Wohnwagen bei Wileroltigen.

Als die Wohnwagen noch nicht im Schlamm versanken: Die Wohnwagen bei Wileroltigen.

(Bild: Valérie Chételat)

Was bleibt, ist der Schlamm: Am Donnerstagnachmittag sind die Fahrenden bei Wileroltigen weitergezogen. Noch am Mittwochnachmittag setzten Gemeindevertreter von Wileroltigen und der Berner Regierungsstatthalter Christoph Lerch den Fahrenden ein Ultimatum: Über das kommende Wochenende müssten sie den Platz neben der Autobahn A1 räumen. Dies taten die ersten bereits am Mittwochabend.

Die verbliebenen rund 30 Fahrenden blieben am frühen Donnerstagnachmittag im Schlamm stecken und konnten deshalb nicht sofort weiterziehen. Ein Landwirt habe ihnen angeboten, die Wohnwagen für 100 Franken pro Fahrzeug mit dem Traktor aus dem Schlamm zu ziehen, sagt Edgar Herren, Gemeinderat von Wileroltigen. Ob die Fahrenden es alleine geschafft oder schliesslich Hilfe beansprucht haben, weiss Herren nicht.

Der Gemeinderat von Wileroltigen und das Bürgerkomitee seien erleichtert, dass die Fahrenden fort seien, so Herren. Man werde sich auch weiterhin gegen den vom Kanton geplanten Transitplatz kämpfen, sagt er. Dennoch bleiben noch die Aufräumarbeiten. Diese leite Andreas Geringer, Präsident der Sinti und Roma in der Schweiz. Das Bundesamt für Strassen (Astra), dem das Gelände gehört, habe im Voraus 50 Franken Depot pro Wagen der Fahrenden eingezogen, falls die Fahrenden das Gelände nicht sauber verlassen, so Herren. Wenn das Gelände nach den Aufräumarbeiten immer noch nicht den Erwartungen entspreche, werde die Gemeinde jemanden aufbieten, um das Gelände zu säubern. Die zusätzlichen Kosten solle aber dann das Astra übernehmen, sagt er.

Proteste der Gemeinde

Im Juli wohnten rund 500 Fahrende in 200 Wohnwagen auf den Platz neben der Autobahnraststätte bei Wileroltigen. Zuerst hielten sich die Konflikte in Grenzen. Doch dann stiessen sich die Wileroltiger an Dreck, Abfall und Fäkalien auf den Wiesen. Bereits zweimal versuchte das Bundesamt für Strassen, die Fahrenden gerichtlich wegzuweisen, was aber nicht gelang. Schliesslich gaben die Fahrenden an, zwischen dem 10. und 12. August abreisen zu wollen - was sie offensichtlich eingehalten haben. Die Gemeinde Wileroltigen wollte zudem am Montag einen grossen Anlass gegen den geplanten Transitplatz für Fahrende veranstalten. Dieser ist aber nun aus Kosten- und Sicherheitsgründen abgesagt worden.

DerBund.ch/Newsnet

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