«Es ist ein ambitioniertes Anliegen»

Die bernische Regierung verharre im Blockdenken. Darum brauche es eine Vertretung aus der Mitte, findet GLP-Regierungsratskandidat Michael Köpfli.

Will für die Grünliberalen in den Regierungsrat: Michael Köpfli (GLP).

Will für die Grünliberalen in den Regierungsrat: Michael Köpfli (GLP). Bild: Keystone

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Michael Köpfli, Sie wollen Regierungsrat werden, warum?
Der Regierungsrat ist stark polarisiert. Es wäre wichtig, dass sich das ändert, dass der Kanton nicht mehr einfach im Links-rechts-Blockdenken verharrt. Das will ich mit einer Kandidatur für die Mitte ändern.

Welche Chance hat eine Mitte-Kandidatur im Kanton Bern wirklich?
Es ist sicher ein ambitioniertes Anliegen. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass es für neue Parteien wie die GLP immer mehrere Anläufe braucht, um in Regierungen zu kommen. Gemessen am Wähleranteil hätte die Mitte einen Sitz im Regierungsrat zu Gute. Jetzt gilt es aber nicht zu rechnen, sondern einen engagierten Wahlkampf zu führen. Zudem glaube ich, dass der Leidensdruck im Kanton seit den letzten Wahlen nochmals grösser geworden ist und unsere Chancen darum gestiegen sind.

Noch bessere Chancen hätte die Mitte, wenn die BDP mit an Bord wäre.
Wenn man die Politik im Grossen Rat anschaut, ist die BDP in vielen Themen eine Mitte-Partei. Regierungsrätin Beatrice Simon würde auch auf einem Mitte-Ticket mit einem Glanzresultat wiedergewählt. Falls sich die BDP zu Gesprächen bereit erklärt, wären die Türen weit offen. Noch ist aber nichts entschieden.

Sind Sie als Stadtberner die richtige Figur für eine kantonale Kandidatur?
Ich habe mit meiner Politik bisher keine ausschliesslich städtischen Interessen vertreten, sondern immer den ganzen Kanton im Fokus, etwa in der Wirtschaftspolitik. Deshalb bin ich überzeugt, sehr wohl der richtige Kandidat zu sein.

Welche Probleme machen Sie aus im Kanton Bern?
Der Kanton hat eine hohe Lebensqualität, doch er ist strukturschwach. Der Wandel wird nicht aktiv angegangen, sondern es werden Partikularinteressen vertreten. Es fehlt eine klare Strategie, etwa bei den Steuern, wo Haus- und Autobesitzer begünstigt werden, statt etwas bei den Unternehmens- und Einkommenssteuern zu tun. Das lockt weder Private noch Unternehmen in den Kanton Bern. Der Kanton muss innovativer werden und Wettbewerbshindernisse abbauen. Dass es etwa kein Uber gibt in der Stadt Bern, weil die Preise an den Türen angeschrieben werden müssen, ist für mich absurd.

Das wäre jetzt doch ein Beispiel aus der Stadt.
Uber ist durchaus auch für Leute auf dem Land attraktiv. Ein anderes Anliegen sind die Betreuungsgutscheine, die wir in der Stadt Bern eingeführt haben: Es gibt viele Gemeinden, die das Modell auch gerne umsetzen würden, doch es fehlt eine kantonale Grundlage.

Zum Schluss: Welche Direktion peilen Sie an?
Es wäre vermessen, eine Direktion anzupeilen. Falls ich die Wahl schaffe, hätte ich als Neuer nicht zu wählen. Es gäbe aber in jeder Direktion spannende Aufgaben. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 06.06.2017, 11:57 Uhr

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