Engagierte Sexarbeiter und andere Heldinnen

Was hilft in Zeiten grosser Verunsicherung? Liebe, viel Liebe. Das Berner Theaterfestival Auawirleben bietet im Mai an 12 Tagen «free hugs».

«MDLSK» von Silvia Calderoni: Was es heisst, gleichzeitig Mann und Frau zu sein.

«MDLSK» von Silvia Calderoni: Was es heisst, gleichzeitig Mann und Frau zu sein.

(Bild: zvg/Alessandro Sala)

Im Mai wird am häufigsten geheiratet, und im Mai ist in Bern immer Auawirleben-Zeit. Heuer setzt nun das Festival für zeitgenössisches Theater mit den Motto «Fear Less Love» ganz auf die Liebe. Gezeigt werden 13 Produktionen aus Deutschland, Israel, Belgien, Estland, Italien, Schweden, Finnland und der Schweiz.

Einmal mehr ist das Aua-Programm eine Wundertüte, prall gefüllt mit Produktionen, die sonst kaum in Bern zu sehen wären. Und die meisten der Akteure, die heuer auftreten, waren auch noch nie am Aua. Zahlreich sind zudem die Solokünstler: Eine besondere Spielart der Liebe zeigt mit «Traumboy» der Zürcher Daniel Hellmann, der seine Erfahrungen als Sexworker zu einer Performance verarbeitet hat. Der Finne Valkeapää sinniert derweil an seinem 50. Geburtstag über die grosse Liebe und ihr Fehlen. Zu einem Greek Symposium, an dem viel getrunken wird, lädt die in Berlin lebende Performancekünstlerin Isabel Lewis ein, und die Italienerin Silvia Calderoni erzählt mit «MDLSK» was es heisst, gleichzeitig Mann und Frau zu sein.

Ganz ohne Liebe kommt der Deutsche Julian Hetzel aus, der mit «Sculpting Fear» die Schönheit der Katastrophe inszeniert. Der Genfer Künstler Christophe Meierhans, der letztes Jahr am Aua die Demokratie zu verbessern versuchte, werkelt weiter an der besten aller Staatsformen herum und organisiert mit dem Verein zur Aufhebung des Notwendigen ein Abendessen über Demokratie. An die Aua-Produktion «Es sagt mir nichts, das sogenannte Draussen» von 2014 knüpft «Und dann kam Mirna» von Sibylle Berg an: Vier Frauen um die 30 werden von einer wenig euphorisierenden Realität eingeholt. Auch die Studierenden der Berner Hochschule der Künste sind wieder mit von der Partie. Als Open-end-Veranstaltung ist «Ghost of Chance» konzipiert. Mit Texten von William S. Burroughs wird Überlebensforschung betrieben.

Auawirleben findet vom 11. bis 22. Mai statt. Programm: www.auawirleben.ch

Der Bund

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