Eine linke Sensation ist nicht ganz ausgeschlossen

Die bevorstehenden Ersatzwahlen für den Regierungsrat sind unberechenbar. Eine Übersicht über die Kandidaten bietet der «Bund»-Vergleich.

Der Regierungsrat am Tag der Gesamterneuerungswahl vom 30. März 2014. Offen ist, wie der Regierungsrat nach dem 28. Februar aussehen wird.

Der Regierungsrat am Tag der Gesamterneuerungswahl vom 30. März 2014. Offen ist, wie der Regierungsrat nach dem 28. Februar aussehen wird. Bild: Manu Friederich

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Endspurt im Wahlkampf um die Mehrheit in der Berner Kantonsregierung: Am nächsten Sonntag entscheidet die bernische Bevölkerung, wer die Nachfolger für die zwei zurücktretenden SP-Regierungsräte Philippe Perrenoud und Andreas Rickenbacher sein werden. Aufgrund der Mehrheitsverhältnisse im Kanton müssten eigentlich die beiden Kandidaten der SVP das Rennen machen. Doch die Ausgangslage ist offener als lange erwartet.

Hier geht es zum grossen «Bund»-Kandidatenvergleich

Matchentscheidend werden voraussichtlich die Wähler von BDP, FDP und GLP sein. Zwar steht mit EVP-Kandidat Patrick Gsteiger ein Mittekandidat zur Auswahl. Der evangelische Politiker gilt aber als Aussenseiter. Viele bürgerliche Wähler sind von der Kandidatenauswahl der SVP nicht überzeugt. Der junge, noch unprofilierte Lars Guggisberg ist umstritten. Zudem unterstützen beide Kandidaten die Durchsetzungsinitiative der SVP, was manchen Bürgerlichen aufstösst.

Deshalb hat SP-Mann Christoph Ammann aus Meiringen gute Chancen, möglicherweise schon im ersten Wahlgang gewählt zu werden. Er gilt als gemässigter Sozialdemokrat. Etliche Bürgerliche haben sich für ihn ausgesprochen. Kommt es für den garantierten Jura-Sitz in der Regierung zum zweiten Wahlgang, dürften sich die Bürgerlichen voraussichtlich ziemlich geschlossen hinter SVP-Kandidat Pierre Alain Schnegg stellen, der Goodwill geniesst.

Alle Kandidaten im Vergleich

Nicht nur die Wahl Ammanns bereits im ersten Wahlgang ist möglich, sogar die Wahl beider Sozialdemokraten ist nicht völlig ausgeschlossen – was eine politische Sensation wäre. Bei früheren Wahlen wurde die linke Mehrheit in der Regierung zweimal bestätigt. Auch bei den Ständeratswahlen im Herbst schnitt SVP-Kandidat Albert Rösti nicht gut ab. In Mehrheitswahlgängen, bei denen Kandidaten mit den meisten Stimmen gewählt werden müssen, hat die SVP Mühe zu punkten.

Letztlich machen die kantonsweit nur mässig bekannten Kandidaten sowie die Jura-Formal die Wahl unberechenbar. Die Persönlichkeit spielt eine wichtige Rolle.

Wer sich noch nicht entschieden hat, welche Kandidaten er oder sie wählen will, erhält im «Bund»-Kandidatenvergleich die wichtigsten Informationen über die Qualitäten und Standpunkte ­aller sechs Personen:

(Der Bund)

Erstellt: 22.02.2016, 08:04 Uhr

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