Ein Zeckenbiss kann tödlich enden

Zurzeit stellt der Bund eine grosse Zunahme der Krankheiten fest, die von Zecken übertragen werden. Wie kann man sich gegen eine Ansteckung schützen?

Die Zecken sind gefährliche Krankheitsüberträger.

Die Zecken sind gefährliche Krankheitsüberträger. Bild: Keystone

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Rahel Ackermann, immer mehr Schweizer stecken sich mit Krankheiten an, die von Zecken übertragen werden. Warum?
Zecken werden in der Bevölkerung vermehrt wahrgenommen. Zudem bewegen sich die Schweizer immer mehr im Freien. Dadurch wird auch der Kontakt zu Zecken und damit eine Ansteckungsmöglichkeit mit durch Zecken übertragenen Erregern häufiger. Die Zahl der Fälle von Borreliose aufgrund von Zeckenstichen hat Ende Juni 6900 Fälle erreicht, bei der Zecken-Hirnhautentzündung sind über 60 Fälle verzeichnet.

Wo sind im Kanton Bern die Risikogebiete?
Eigentlich überall. Zecken mit gefährlichen Krankheiten können sowohl auf dem Land als auch in städtischen Gebieten vorkommen. Das gilt sowohl für die Borreliose wie auch für die Zecken-Hirnhautentzündung. Wegen des veränderten Klimas können Zecken mittlerweile sogar in Höhenlagen bis 2000 Metern vorkommen. Am wohlsten fühlen sich die Zecken bei hoher Luftfeuchtigkeit zwischen 70 und 80 Prozent und bei milden Temperaturen zwischen 14 und 23 Grad. Das Verbreitungsgebiet der Zecken, die Borreliose übertragen können. Bild: BAG

Was ist gefährlich an den beiden Krankheiten?
Eine Infektion mit der Zecken-Hirnhautentzündung, dem sogenannten FSME-Virus, kann das zentrale Nervensystem betreffen. Es kommt zunächst zu grippeartigen Symptomen. Teilweise kann sie auch zu bleibenden Behinderungen führen. In etwa 1 Prozent der Ansteckungen verläuft die Infektion tödlich. Es gibt auch keine spezifische Therapie gegen das Virus. Die Borreliose ist weniger gefährlich, sie ist mit Antibiotika behandelbar.

Wie kann man sich schützen?
Gegen die gefährliche Zecken-Hirnhautentzündung kann man sich impfen lassen. Das BAG empfiehlt das zurzeit. Gegen die Borreliose gibt es zurzeit noch keinen Impfstoff. Wenn man sich aber nach einem Besuch im Wald sofort untersucht, oder untersuchen lässt, kann man die Übertragung der Bakterien verhindern. Sobald die Zecke entfernt ist, sollte die Einstichstelle desinfiziert werden. Nach einem Stich dauert es etwa 18 Stunden, bis sich die Borrelien übertragen.

Das Verbreitungsgebiet der Zecken, die FSME übertragen können. Hier empfiehlt das BAG, eine Impfung vorzunehmen. Bild: BAG

Wie viele der Zecken sind Träger dieser Krankheiten?
Die Erreger der Zecken-Hirnhautentzündung sind lediglich bei 0,5 bis 3 Prozent der Zecken vorhanden. Sie benötigen ganz bestimmte klimatische Bedingungen und spezifische Voraussetzungen, um in der Zeckenpopulation zu überleben. Bei der Borreliose sind es deutlich mehr, je nach Region sind es in der Schweiz zwischen 5 und 30 Prozent der Zecken.

Wie geht die Entwicklung in den nächsten Jahren weiter?
Dazu gebe ich keine Prognose ab.

Rahel Ackermann ist Leiterin des Nationalen Referenzzentrums für zeckenübertragene Krankheiten (NRZK) im Labor Spiez.

Klarer Anstieg der Fälle im Jahr 2018.

Auch in Bezug auf die Bevölkerungszahlen steigen die Ansteckungen dieses Jahr stark an. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 11.07.2018, 14:56 Uhr

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