Ein Jahr länger in den «Gymer»?

Nach der 8. Klasse in die Quarta – die Schulleitungen sind mit dieser Lösung unzufrieden. Nun will der Kanton Bern die Situation überdenken – im Gespräch ist auch eine Variante, die den Unterricht um ein Jahr verlängern würde.

Wie soll der Übertritt von der Schule ins Gymnasium funktionieren? Der Kanton Bern will über die Bücher gehen.

Wie soll der Übertritt von der Schule ins Gymnasium funktionieren? Der Kanton Bern will über die Bücher gehen.

(Bild: Valérie Chételat)

Der Kanton Bern will den gymnasialen Unterricht im neunten Schuljahr überdenken. Gespräche mit den Schulleitungen zeigten nämlich, das sich eine Mehrheit mit den jetzigen Modellen zwar arrangiert hat, aber damit eigentlich nicht recht zufrieden ist.

Nun sollen verschiedene Ansätze diskutiert werden, wie die bernische Erziehungsdirektion am Freitag mitteilte. Als mögliche Lösungen im Vordergrund stehen neben dem Beibehalten des Status quo eine sogenannte Quarta-Lösung und eine Variante 9/4.

Die 9. Klasse würde obligatorisch

Bei der Quarta-Lösung würde das erste Jahr des gymnasialen Unterrichts ausschliesslich an den Gymnasien stattfinden. Die Variante 9/4 sähe vor, dass die Schülerinnen und Schüler neun Jahre an der Volksschule unterrichtet werden, bevor sie dann eine vierjährige gymnasiale Ausbildung in Angriff nehmen.

Mit dieser Variante 9/4 würde die Ausbildungszeit bis zur Maturität um ein Jahr verlängert.

Im Kanton unterschiedlich geregelt

Bisher kannte der Kanton Bern verschiedene Modelle für das erste Gymer-Jahr. Im deutschsprachigen Kantonsteil findet das 9. Schuljahr mit gymnasialem Unterricht je nach Gemeinde an einer Volksschule oder an der Quarta eines Gymnasiums statt. Im französischsprachigen Kantonsteil gibt es auf der Sekundarstufe I drei verschiedene Leistungsniveaus.

Pulver sucht das Gespräch

Um zu erfahren, ob die neuen Ideen auf Akzeptanz stossen, will Erziehungsdirektor Bernhard Pulver im Frühling persönliche Hearings mit Vertretungen von Schulen, dem Verband Lehrerinnen und Lehrer Bern (LEBE) und weiteren Partnern durchführen.

Gegen Ende Jahr soll das Thema dann in der Kantonsregierung diskutiert werden. Eine Neugestaltung des gymnasialen Unterrichts im neunten Schuljahr würde je nach Variante einen ordentlichen Gesetzgebungsprozess erfordern. Mit allfälligen Änderungen ist daher nicht vor 2017 zu rechnen, wie es in der Mitteilung des Kantons weiter heisst.

sda

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