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Dubiose Berner Privatschule täuscht ausländische Studierende

Ausländische Studierende einer Privatschule in Bern sind Opfer eines mutmasslichen Betrugs geworden. Das zertifizierte Institut mit dem klingenden Namen «Swiss College of Management» schloss nur zwei Monaten nach Eröffnung seine Tore.

Der Fall geht auf den Sommer 2013 zurück und wurde am Mittwoch von der «Berner Zeitung» publik gemacht. Die Migrations-Behörden hatten dem mit dem Eduqua-Label zertifizierten Institut zunächst die Aufenthaltsbewilligungen für eine Pilotklasse von 18 Schülern erteilt, wie Alexander Ott, Chef der Stadtberner Fremdenpolizei, auf Anfrage bestätigte.

Die Privatschule bot ausländischen Studierenden ab Mai 2013 in Bümpliz ein zweijähriges Programm in «Business Management» an. Dafür hatten sie vor Ausbildungsbeginn eine Gebühr von 12'900 Franken zu bezahlen.

Den grossen Versprechungen folgte zu Ausbildungsbeginn eine herbe Enttäuschung: Die Studierenden fanden laut «Berner Zeitung» kaum brauchbares Unterrichtsmaterial vor. Die Sommerferien brachten denn auch schon das Ende des Schulbetriebs, und die Schule wurde im September geschlossen.

Schulleiterin sieht ihr Vertrauen missbraucht

Gemäss Zeitungsbericht ist der Schulpräsident, ein Engländer indischer Herkunft, untergetaucht. Die Schulleiterin, eine in der Region Bern lebende Schweizerin indischer Herkunft, sieht sich ihrerseits als Opfer eines Betrugs. «Der Präsident hat meinen Arbeitswillen und meine Schweizer Verbindungen missbraucht», wird sie im Bericht zitiert.

Derzeit befinden sich laut der Fremdenpolizei noch sechs betroffene Studenten in Bern. Ihre Aufenthaltsbewilligung läuft Ende März ab. Falls sie ihre Studien in einem anderen Institut fortsetzen, würde man sich aber «kulant» zeigen, sagte Ott der Nachrichtenagentur sda.

Die Fremdenpolizei hatte den Betroffenen empfohlen, Strafanzeige einzureichen. Ob entsprechende Anzeigen eingereicht wurden, konnte Ott nicht sagen. Der Berner Staatsanwaltschaft waren auf Anfrage der sda keine entsprechenden Anzeigen bekannt.

Als Privatschule nicht unter kantonaler Aufsicht

Die gestrandeten Studenten hatten sich auch an die kantonale Erziehungsdirektion gewandt. Dort habe man sie über ihre Möglichkeiten beraten, das Schulgeld zurückzufordern, hiess es auf Anfrage. Da Privatschulen nicht der Aufsicht der Erziehungsdirektion unterstehen, könnten die Behörden nicht von sich aus aktiv werden.

Das «Swiss College» hatte vor seiner Eröffnung das Schweizerische Qualitätszertifikat für Weiterbildungsinstitutionen «EduQua» erhalten - wenn auch unter der Auflage einer späteren Überprüfung. Als die Probleme der Schule im September 2013 bekannt wurde, wurde das Zertifikat wieder aberkannt.

Skeptischer war damals die Berner Fremdenpolizei. Laut Alexander Ott habe man deshalb zunächst nur die Aufenthaltsbewilligungen für eine Pilotklasse bewilligt. Alleine in der Stadt Bern würden jährlich zwei bis drei Gesuche von Privatschulen mit klingenden Diplomversprechungen eingereicht. Die meisten Gesuche würden jedoch mangels Seriosität abgelehnt.

(SDA)

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