Drei-Seen-Land fordert dritte Juragewässerkorrektion

Vertreter aus fünf Kantonen fordern eine neue Juragewässerkorrektion für den Erhalt der Ernährungssicherheit.

Die zweite Juragewässerkorrektur 1962-1973: Der Zihlkanal wird verbreitert. (Archiv)

Die zweite Juragewässerkorrektur 1962-1973: Der Zihlkanal wird verbreitert. (Archiv)

(Bild: zvg/Schlossmuseum Nidau)

Bernhard Ott@Ott_Bernhard

Die Trockenheit dieses Sommers stellt vor allem die Region Seeland vor grosse Probleme. In der ersten Augustwoche war die Entnahme von Wasser aus den Kanälen und Bächen zur Bewässerung der «Gemüsekammer» nicht mehr möglich, wie Hydrologe Rolf Weingartner im «Bund»-Interview aufzeigt.

Die Pegelstände seien auf oder unter die vom Kanton festgelegten Schwellenwerte gesunken. «Im Seeland stellt sich die Frage, wie man weiterhin Landwirtschaft bei Trockenheit betreiben kann», sagt Weingartner.

Diese Frage stellt sich auch ein Patronatskomitee mit Vertretern aus den Kantonen Bern, Freiburg, Solothurn, Neuenburg und Waadt, das am 16. November zu einer Landsgemeinde in Murten unter dem Motto «Zukunft Drei-Seen-Land» einlädt. Im Komitee nehmen Spitzenpolitiker aus allen fünf Kantonen Einsitz. So ist der Kanton Bern unter anderem mit Grossratspräsident Jürg Iseli (SVP) und Therese Rufer, Präsidentin der Bernischen Burgergemeinden, vertreten.

Zu den geladenen Gästen der Landsgemeinde gehören die 230 Stadt- und Gemeindepräsidenten zwischen Yverdon und Solothurn, Politiker aus Bund und Kantonen sowie Repräsentanten der öffentlich-rechtlichen Grundeigentümer des Drei-Seen-Landes.

Bundesgelder im Visier

Die Organisatoren verstehen den Anlass als Auftakt zur Bildung eines Verbunds der fünf beteiligten Kantone, der auf Bundesebene für eine dritte Juragewässerkorrektion lobbyieren soll, sagt Peter Thomet (BDP), Sekretär des Patronatskomitees und Gemeinderat des Seeländer Dorfs Ins. Bei den ersten beiden Juragewässerkorrektionen sei es darum gegangen, durch den Bau von Kanälen und die Absenkung der Seespiegel Sumpfgebiete zu entwässern. «Die dritte Juragewässerkorrektion soll nun die Bewässerung der Felder sicherstellen», sagt Thomet.

Wie die beiden Vorgängerprojekte sei auch die dritte Juragewässerkorrektion eine «nationale Aufgabe». Der Bund stehe daher in der Pflicht, die Führungsrolle zu übernehmen und für den Hauptteil der Mittel in der Höhe von einer Milliarde Franken zu sorgen, sagt Thomet.

Der Bund

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt