Diese Strasse bringt den Kanton vorwärts

Die Umfahrung Aarwangen verbraucht Kulturland, sie kostet viel Geld. Am Ende überwiegen jedoch die Vorteile.

Die Voraussetzungen für die Umfahrung Aarwangen sind geschaffen. Das Stimmvolk hat den Projektkredit angenommen.

Die Voraussetzungen für die Umfahrung Aarwangen sind geschaffen. Das Stimmvolk hat den Projektkredit angenommen. Bild: Franziska Rothenbühler

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Im Kanton Bern wollen die Stimmberechtigten keine einseitige Förderung der Verkehrsmittel. Dies zeigt das klare Ja zur Umfahrungsstrasse Aarwangen. Selbst in der rot-grünen Stadt Bern fand die Vorlage eine Mehrheit, obwohl die Stadt andere Ansätze in der Verkehrspolitik verfolgt. Doch auch Städter wissen, dass sie von Umfahrungen profitieren. Dies zeigt der Bau des Neufeldtunnels, der das Berner Länggass-Quartier aufwertete.

In einem heterogenen Kanton wie Bern geht es nicht darum, die Verkehrsprobleme ideologisch zu lösen. Gefragt sind Lösungen, die auf die Bedürfnisse der jeweiligen Regionen zugeschnitten sind. Dies kann durchaus heissen, dass in urbanen Gegenden Velowege oder Tramlinien gebaut werden – und auf dem Land Strassen. Der nächste Test für diese Politik erfolgt im Juni, wenn das Kantonsparlament über das neue Tram von Bern nach Ostermundigen abstimmt.

Die Umfahrung Aarwangen verbraucht Kulturland, sie kostet viel Geld. Am Ende überwiegen jedoch die Vorteile. Die Menschen in Aarwangen können sich künftig sicherer durchs Dorf bewegen. Die Wirtschaft im Raum Langenthal erhält einen besseren Anschluss an die Autobahn. Damit wird sichergestellt, dass die Region weiterhin ein wichtiger Industriestandort bleibt. Ein starker Oberaargau leistet einen Beitrag, damit der ganze Kanton vorwärts kommt.

Trotzdem war diese Abstimmung ein Kraftakt der Befürworter – gerade auch des Regierungsrats. Dieser soll durchaus über eine Vorlage informieren. Es ist aber nicht nötig, dass gleich sechs von sieben Regierungsmitglieder dem Ja-Komitee angehören und zum Teil als Vorreiter der Pro-Kampagne fungieren – so wie in diesem Fall geschehen. Mehr magistrale Zurückhaltung hätte nicht geschadet.

Erstellt: 21.05.2017, 18:35 Uhr

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