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Die komplett elektronische Steuererklärung ist da

Der Kanton Bern macht einen Digitalisierungs-Schritt: Künftig entfällt die ausgedruckte Freigabequittung bei der Steuererklärung.

Die Bernische Steuererklärung ist neu vollelektronisch. (Archiv)
Die Bernische Steuererklärung ist neu vollelektronisch. (Archiv)
Manu Friederich

Bernerinnen und Berner können ab diesem Jahr ihre Steuererklärung mitsamt allen nötigen Belegen vollständig elektronisch abgeben. Wer die Steuererklärung im Internet ausfüllt, muss neu auch keine Freigabequittung mehr ausdrucken und sie per Post einschicken.

«Wir sind schon ein bisschen stolz, dass wir wieder eine Vorreiterrolle einnehmen können», sagte Steuerverwalter Claudio Fischer am Donnerstag an der Jahresmedienkonferenz der kantonalen Steuerverwaltung.

Es gebe zwar auch andere Kantone, in denen die Steuererklärung elektronisch eingereicht werden könne. Doch sei dort die Identifizierung der Steuerpflichtigen weniger klar als im Kanton Bern. Und in der bernischen Steuerverwaltung erfolge die digitale Verarbeitung der Unterlagen konsequenter als anderswo.

Ziel der Steuerverwaltung ist, mit Hilfe der Digitalisierung bei gleich bleibendem Personalbestand eine ständig steigende Zahl von Steuererklärungen zu bewältigen. Elektronisch eingereichte Belege müssen beispielsweise bei der Steuerverwaltung nicht mehr eingescannt werden.

Fischer ist überzeugt, dass die Digitalisierung auch den Steuerpflichtigen etwas bringt. Sie mache das Einreichen der Steuererklärung einfacher. Einloggen kann man sich via Internetseite www.taxme.ch. Fast 60 Prozent der bernischen Steuerpflichtigen reichten im vergangenen Jahr ihre Steuererklärung online ein.

Es werde aber immer möglich bleiben, die Steuererklärung auch auf Papier einzureichen, sagte Fischer weiter.

92'400 ausländische Konten gemeldet

Im Dezember 2018 hat die kantonale Steuerverwaltung erstmals Daten zu ausländischen Konten von bernischen Steuerpflichtigen erhalten. Dies im Rahmen des automatischen Informationsaustauschs in Steuersachen (AIA). Von rund 92'400 Konten in 34 Ländern erhielt die bernische Steuerverwaltung Kenntnis.

«Etwas ernüchternd» sei gewesen, dass die meisten Konten kleine Beiträge aufwiesen, sagte Fischer, nämlich zwischen null bis 1000 Franken. Mehr als die Hälfte aller Konten wiesen Beträge dieser Grössenordnung auf. Beträge von über einer Million weisen nur 0,4 Prozent der Konten auf.

Weitaus am meisten Konten befinden sich in Deutschland, nämlich 60,6 Prozent, gefolgt von Spanien und Portugal (je rund 8 Prozent). Frankreich liegt mit 3,65 Prozent nur auf Rang 6. «Wieso das so ist, erschliesst sich uns nicht», sagte Fischer.

Es sind Daten aus dem Jahr 2018, so dass der Abgleich mit den Steuerklärungen erst im Verlauf dieses Jahres, nach Eingang der Steuererklärungen 2018, möglich wird. Erst dann wird sich also zeigen, ob die Steuerpflichtigen ihre im Ausland «parkierten» Gelder deklarierten.

Etwas weniger straflose Selbstanzeigen

Schon im vergangenen Oktober gab die bernische Steuerverwaltung bekannt, dass die Einführung des AIA erneut sehr viele Berner dazu verleitete, von sich aus hinterzogene Steuern nachzumelden. Damals hiess es, zwischen 1. Januar und 30. September 2018 seien 2710 sogenannte straflose Selbstanzeigen eingegangen.

Ende des vergangenen Jahres waren es schliesslich 3460. 1800 davon betrafen Beträge bis 100'000 Franken. Der Kanton Bern und die bernischen Gemeinden nehmen aufgrund dieser Selbstanzeigen 23,7 Millionen Franken ein. Der grösste Fall wirft 4,5 Millionen Franken ab, der kleinste 100 Franken.

Das Instrument der straflosen Selbstanzeige gibt es in der Schweiz seit 2010. Es steht reuigen Steuersündern nur einmal im Leben zur Verfügung. Eine Busse wird nicht ausgesprochen. Der Betrag muss aber nachträglich versteuert werden - inklusive Verzugszins.

Rekordjahr für die straflosen Selbstanzeigen war im Kanton Bern das Jahr 2017. Damals gingen 4550 solcher Anzeigen ein, welche dem Kanton und den Gemeinden 20,3 Millionen Franken einbrachten. Diese hohe Zahl von Selbstanzeigen hat bei der kantonalen Steuerverwaltung zur Folge gehabt, dass nach wie vor viele Dossiers pendent sind.

SDA/zec

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