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«Die Grenzen des Anstandes überschritten»

Die Umweltorganisation Greenpeace verunsicherte vielerorts mit einem gefälschten Jodtabletten-Brief. Das Schreiben erreichte eine Million Schweizer Haushalte. Jetzt hat SVP-Grossrat Thomas Fuchs einen Vorstoss eingereicht.

Thomas Fuchs reichte den Vorstoss ein. Greenpeace habe behördlichen Hintergrund «im übereifrigen Kampf gegen die Kernkraft» missbraucht.
Thomas Fuchs reichte den Vorstoss ein. Greenpeace habe behördlichen Hintergrund «im übereifrigen Kampf gegen die Kernkraft» missbraucht.
Adrian Moser

Mit einem gefälschten Jodtabletten-Brief an eine Million Schweizer Haushalte, sorgte die Umweltorganisation Greenpeace vielerorts für Verwirrung. Wie am Donnerstag publik wurde, hielt die Geschäftstelle Kaliumiodid-Versorgung in einem Informationsbrief an die «Einwohnerinnen und Einwohner im 50-Kilometer-Umkreis der Schweizer Kernkraftwerke» fest, ungenügend über die kürzlich erfolgte Verteilung von Jodtabletten informiert zu haben – doch bei dem angeblichen Ergänzungsschreiben handelte es sich um eine Fälschung. Absender war nicht genannte Geschäftstelle, sondern die Umweltorganisation Greenpeace – in einer Videobotschaft und auf ihrer Internetseite gestand sie die Scheininformation.

SVP lässt nichts anbrennen

Die Aktion ist der Berner SVP sauer aufgestossen. SVP-Grossrat Thomas Fuchs hat nun einen Vorstoss zum Thema eingereicht, wie die Partei am Freitag mitteilt. Greenpeace habe durch ihre Fälschung den behördlichen Versand der Jodtabletten für eine «üble Kampagne gegen die Kernkraft» missbraucht. Zudem wird der Umweltorganisation vorgeworfen, mit dem Schreiben «die Bevölkerung in Angst und Schrecken versetzen» zu wollen.

Mit dem vermeintlich behördlichen Hintergrund werde das Vertrauen in Behördenaussagen zu missbrauchen, heisst es im Vorstosstext weiter. Greenpeace habe in ihrem «übereifrigen Kampf gegen die Kernkraft», die «Grenzen des Anstandes weit überschritten».

Die SVP fordert den Regierungsrat als auch die Justizleitung auf, gegen den Urheber des Briefs strafrechtliche Massnahmen wegen Vorspiegeln einer Gefahr für Leib und Leben, sowie Fälschung eines amtlichen Schreibens einzuleiten.

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