Die Gartenbauschule Hünibach ist vorerst gerettet

Der Grosse Rat des Kantons Bern stellt sich hinter die beiden Gartenbauschulen Hünibach und Oeschberg.

Da strahlen die drei Lernenden der Gartenbauschule Hünibach. Ihre Schule ist vorerst gerettet.

Da strahlen die drei Lernenden der Gartenbauschule Hünibach. Ihre Schule ist vorerst gerettet. Bild: Franziska Scheidegger

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Der bernische Grosse Rat hat sich gegen die Sparpläne der Kantonsregierung an den Gartenbauschulen Oeschberg und Hünibach ausgesprochen. Damit sollte die Schule Hünibach fürs Erste gerettet sein. Allerdings fordert der Grosse Rat in beiden Fällen Anpassungen.

Bezüglich Hünibach überwies der Grosse Rat am Montag der Kantonsregierung die Forderung, mit der Gartenbauschule eine neue Leistungsvereinbarung auszuarbeiten. Diese soll den Fortbestand der Schule sichern, aber auch den Eigenfinanzierungsgrad der Schule mittel- und langfristig nach oben treiben.

Der Grosse Rat folgte damit mit 76 zu 67 Stimmen einem Antrag der Minderheit der grossrätlichen Finanzkommission (Fiko) respektive den Grünen. Auch eine Reihe von Grossratsmitgliedern mehrerer Parteien aus der Region Thun hatte sich in einer Motion in diesem Sinn ausgesprochen.

Diese Motion nahm der Rat mit Stichentscheid von Grossratspräsidentin Ursula Zybach (SP/Spiez) mit 71 zu 70 Stimmen an.

Auf dem Oeschberg soll der Kanton weitermachen mit der Ausbildung von Floristinnen und Floristen. Er soll aber den Betrag, den er durch den Verzicht auf diese Ausbildung eingespart hätte, durch «strukturelle Anpassungen» am Bildungszentrum Emme (bz emme) einsparen.

Zum bz emme gehört die Gartenbauschule Oeschberg heute. Es geht um 300'000 Franken, die so eingespart werden sollen. Der Grosse Rat folgte damit einem Antrag von Peter Sommer (FDP/Wynigen). «Das geht dann auch nicht schmerzlos», sagte der bernische Erziehungsdirektor Bernhard Pulver zu diesem Antrag.

35'000 Menschen forderten Erhalt

Für den Erhalt der Gartenbauschule Hünibach hatten sich Mitte November nicht weniger als 35'000 Personen in einer Petition stark gemacht. Diese Bittschrift und das Lobbying der Grossratsmitglieder aus der Region haben nun also offensichtlich ihre Wirkung gezeigt.

Fast anderthalb Stunden lang diskutierte der Grosse Rat über die beiden Schulen und die Sparvorschläge der Berner Regierung, die zum Entlastungspaket 2018 gehören. Hervorgehoben wurde im Berner Rathaus in Sachen Hünibach vor allem, dass diese Gartenbauschule auch Jugendliche mit besonderem Unterstützungsbedarf ausbildet. Mehrfach sagten Votantinnen und Votanten, wenn diese Ausbildungsplätze verloren gingen, landeten diese Jugendliche in der Sozialhilfe und der Kanton Bern spare gar nicht. Es hiess auch, anders als bei anderen Sparvorschlägen gehe es hier um Sein oder Nichtsein einer Institution.

Die Berner Regierung hatte die beiden Kürzungsvorschläge mit den Argumenten begründet, vor zwölf Jahren habe der Kanton in der Lehrstellenkrise auf dem Oeschberg Floristen-Lehrstellen geschaffen. Nun könne er sie auch wieder abschaffen. Beim Angebot in Hünibach gehe es um eine Ausbildung nach biologisch-dynamischen Grundsätzen. Diese Richtung sei in der eidgenössischen Berufsbildungsverordnung nicht vorgesehen; der Beitrag des Kantons Bern also eine Zusatzleistung. Insgesamt wollte der Kanton Bern auf dem Oeschberg und in Hünibach ab 2021 etwas über zwei Millionen Franken einsparen. (nj/SDA)

Erstellt: 04.12.2017, 14:46 Uhr

Artikel zum Thema

Gartenbauschule Hünibach hat 35'000 Befürworter

Eine Petition mit über 35'000 Unterschriften soll die Gartenbauschule Hünibach vor den Sparplänen der Kantonsregierung retten. Mehr...

Schluss mit Bio

Die einzige Biogartenbauschule der Schweiz steht vor dem Aus. Die Kosten für den Betrieb in Hünibach seien zu hoch. Mehr...

Werbung

Immobilien

Kommentare

Blogs

Mamablog Nachts sind alle Väter grau
Private View Der Fang des Jahres
Blog Mag Kinderkram

Werbung

Volltreffer! Die Fussballkolumne.

Grädel schreibt über Fussball und die Welt. Wenn einer in Bern und Umgebung echten Fussballsachverstand hat, dann er.

Die Welt in Bildern

Einfach mal blau: Zwei Kormorane schwimmen im Morgennebel auf einem See in Kathmandu. (11. Dezember 2017)
(Bild: Navesh Chitrakar) Mehr...