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«Die Gäste sind anspruchsvoller geworden»

Die heutige Bahn entspreche nicht mehr dem Gästebedürfnis, sagt Therese Lehmann von der Universität Bern.

zvg Visualisierung

Im Berner Oberland gibt es Neubauprojekte und Abklärungen zu Fusionen. Frau Lehmann, wie stark müssen sich die Tourismusdestinationen verändern?

Grundsätzlich sind die Gäste anspruchsvoller geworden. Die Skigebiete sollen einfach erreichbar sein, über eine gute Infrastruktur verfügen und ihre Dienstleistungen möglichst aus einem Guss anbieten. Zum langen Anstehen zum Beispiel ist man heute kaum mehr bereit.

Dann spielt es eine Rolle, dass man künftig in 19 statt in 32 Minuten auf dem Schilthorn ist und einmal weniger umsteigen muss?

Es wird kaum der einzige Grund für eine neue Bahn sein. Aber die Reise aufs Schilthorn entspricht heute wegen des Umsteigens nicht mehr dem Gästebedürfnis, schneller ans Ziel zu gelangen. Unter Bergbahnen führt dies oft zu einem ungesunden Wettrüsten. Wenn nicht die eine Bergbahn in bessere Infrastrukturen investiert, macht es die andere.

Auch wenn der Schnee immer knapper wird?

Abnehmende Schneesicherheit ist ein kritischer Punkt. Wenn der Klimawandel weiter voranschreitet, werden die Kosten fürs Beschneien irgendwann den Nutzen übersteigen. Jede Bergbahn muss jedoch selbst definieren, wann dieser Punkt erreicht ist.

Zumal der Skitourismus allgemein stagniert?

Ja, der Kuchen der Skifahrer wird nicht grösser. Jede Destination kann lediglich versuchen, ein grösseres Stück von diesem Kuchen zu erhalten. Langfristig ist es aber sinnvoll, dass im Berner Oberland nicht mehr alle Destinationen teuer beschneite Skipisten anbieten.

Welche sollten damit aufhören?

Das ist schwierig zu sagen, denn es gibt immer ausreichend Gründe, weiter in jeder Destination auf den wertschöpfungsstarken Skitourismus zu setzen. Wichtig ist der gleichzeitige Aufbau einer langfristigen Strategie, schneeunabhängiger zu werden.

Etwa dank Sommertourismus?

Beim Stockhorn etwa setzt man konsequent auf Sommerangebote. Auch das Schilthorn hat ein starkes Sommergeschäft und mit der James-Bond-Inszenierung ein Alleinstellungsmerkmal.

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