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Die Botschaft ist schlecht, nicht der Bote

Regierungsrat Pierre Alain Schnegg (SVP) macht klare Ansagen. Er habe kein Vertrauen mehr in den Verwaltungsrat der Spitex.

Überall für alle - Der Slogan steht am Hauptsitz der Spitex Bern geschrieben.
Überall für alle - Der Slogan steht am Hauptsitz der Spitex Bern geschrieben.
Adrian Moser

Formal gesehen hat das Donnergrollen keine direkten Folgen, denn die Spitex Bern ist eine Genossenschaft mit 49 Mitgliedern, die ihre Führung autonom wählen. Auch der kantonale Spitex-Verband, dessen Exponenten sich wegen der Wirren um das Image sorgen, kann nicht durchgreifen. Dennoch dürfte es für den alten Verwaltungsrat schwierig sein, sich gegen Schneggs Willen im Amt zu halten.

Wenn ein Politiker vor den Wahlen auf den Tisch haut, ist der Vorwurf rasch zur Hand: «Wahlkampf!» Das mag ein Grund sein, aber hier sicher nicht der einzige. Schnegg hatte schon im November gesagt, dass die Spitex durchleuchtet werden müsse. Zudem stiessen die entdeckten Lohnexzesse weitherum auf Unverständnis.

Die Spitex Bern reagiert betupft auf den Warnschuss und pocht auf die Autonomie. Gleichzeitig beklagt sie «die seit Wochen andauernde, inszenierte Öffentlichkeitskampagne», die innerbetriebliche Abläufe störe, was Bevölkerung, Kunden und Mitarbeitende massiv verunsichere. Für die wackeren Spitex-Frauen, die Tag für Tag treu ihren Dienst verrichten, sind es fürwahr keine einfachen Zeiten. Doch daran sind nicht die Überbringer der schlechten Botschaft schuld, sondern Vorgänge in der Spitex-Führung.

Im derzeitigen Krisenmodus zeigt sich zudem, dass das Konstrukt des Verbands eine Schönwetterregelung ist. Wenn der besorgte Kantonalverband bei der Spitex Bern auf eine rasche Unterredung drängt, um sich aus erster Hand zu informieren, ist es keck, wenn die Spitex Bern erst am nächsten Freitag dafür Zeit hat. Denn die Zeit drängt. Schnegg hat offenbar einen Plan B: Er kann sich auch eine Zusammenarbeit mit anderen Anbietern vorstellen. Die heilige Autonomie würde die Spitex Bern in diesem Fall nicht viel nützen, denn dann wäre sie plötzlich weg vom Fenster.

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