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Die Bahn, ein Wochenmarkt und liberale Geister

Langenthals Weg zur Industriestadt begann schon im Mittelalter.

Dass Langenthal überhaupt über ein industrielles Erbe verfügt und die Industrie in der Hauptstadt des Oberaargaus auch heute noch eine wichtige Rolle spielt, ist keine Selbstverständlichkeit. Denn die Standortvorteile sind keineswegs offensichtlich. Oder wie es der Historiker Jürg Hünerwadel ausdrückt: «Langenthal ist nicht der Nabel der Welt.» Der Belper hat sich 2012 auf Spurensuche gemacht und den Weg Langenthals zum Industriestandort in einem Beitrag in der «Berner Zeitschrift für Geschichte» beschrieben.

Die Industrialisierung setzt in Langenthal Mitte des 19. Jahrhunderts ein. Ihre Wurzeln liegen allerdings viel weiter zurück, im späten Mittelalter: 1406 kommen die Berner in Langenthal an die Macht. In den folgenden Jahrzehnten und Jahrhunderten entwickelt sich der Ort zu einem wichtigen Handelszentrum; 1477 erhält er beispielsweise das Recht, einen Wochenmarkt durchzuführen, und 1613 die Konzession für ein Korn- und Kaufhaus. 1786 werden dem Ort städtische Handelsprivilegien verliehen. Langenthal wird so mit der Zeit zum wichtigsten Handels- und Stapelplatz des regionalen Textilgewerbes.

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