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Die Aussichtsplattform am Stockhorn ist bewilligt

Statt einem Nasenring wird am Stockhorn eine Aussichtsplattform gebaut. Der Regierungsstatthalter bewilligte nun das Bauprojekt.

Am Stockhorn wird schon bald eine Aussichtsplattform gebaut.
Am Stockhorn wird schon bald eine Aussichtsplattform gebaut.
Keystone

Die Stockhornbahn darf ihre geplante Aussichtsplattform am Gipfel des Thuner Hausbergs bauen. Der Regierungsstatthalter hat die Bewilligung für das Projekt erteilt, das nach Einsprachen diverser Organisationen redimensioniert worden war.

Denn ursprünglich wäre eine ringförmige Aussichtsplattform in der markanten Nordwand des Stockhorns geplant gewesen. Im Volksmund wurde das ursprüngliche Projekt «Nasenring» genannt. Damit hätte die Stockhornbahn die beiden bestehenden Aussichtsfenster in der fast senkrechten Nordwand verbinden wollen. Das Publikum hätte sich auf dem Steg hunderte Meter über dem gähnenden Abgrund gruseln lassen können.

Gegen den «Nasenring» regte sich aber Widerstand. Verschiedene Umweltverbände und der Schweizer Alpenclub SAC erhoben Einsprache. Als auch die Eidgenössische Natur- und Heimatschutzkommission (ENHK) Bedenken anmeldete, gingen die Projektverantwortlichen nochmals über die Bücher.

Balkon statt Ring

Statt des «Nasenrings» soll nun ein drei mal drei Meter grosser Aussichtsbalkon erstellt werden. Die Stockhornbahn hatte die entsprechende Projektänderung Ende Oktober 2011 eingereicht, wie das Thuner Regierungsstatthalteramt am Donnerstag mitteilte. Die balkonartige Plattform soll vor dem westlichen Fenster zu stehen kommen.

Diesem Vorhaben erteilte die ENHK ihren Segen. Sie kam zum Schluss, dass die Landschaft am Stockhorn nur noch leicht beeinträchtigt werde. Aus Sicht von Natur und Landschaft sei das Projekt deshalb bewilligungsfähig. Darauf zogen die Umweltverbände Mountain Wilderness, Pro Natura und die Stiftung Landschaftsschutz ihre Einsprachen zurück. Auch der Schweizerische Alpenclub SAC teilte den Rückzug seiner Einsprache mit.

Die Organisationen kritisierten aber nach wie vor die Tendenz, naturnahe Landschaften immer mehr mit Spektakel versprechender touristischer Infrastruktur zu verbauen.

Vorschriften eingehalten

Die Bauherrschaft nahm schliesslich noch geringfügige Anpassungen an der Konstruktion zugunsten des hindernisgerechten Bauens an, wie das Regierungsstatthalteramt weiter mitteilte. Nun stimmen dem Vorhaben auch sämtliche Amts- und Fachberichte zu. Laut Regierungsstatthalter Marc Fritschi werden die bau- und planungsrechtlichen Vorschriften eingehalten. Er hat deshalb die Baubewilligung für das Projekt erteilt.

Die redimensionierte Plattform soll im März 2013 während der Revisionspause der Stockhornbahn installiert werden. Das Steinschlagschutznetz soll bereits in einer Kurzrevisionspause im November 2012 angebracht werden.

SDA/bs

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