Der Kanton Bern will digitaler werden

Die bernische Regierung präsentiert ihre Vision für den Kanton Bern im Jahr 2030. Im Zentrum steht die digitale Transformation.

Seit vierzehn Jahren trat der Bernische Regierungsrat das erste Mal wieder in corpore vor den Medien.

Seit vierzehn Jahren trat der Bernische Regierungsrat das erste Mal wieder in corpore vor den Medien.

(Bild: Raphael Moser)

Die Berner Kantonsregierung hat am Dienstag eine Vision für den Kanton Bern im Jahr 2030 vorgelegt. Dies zusätzlich zu den Regierungsrichtlinien 2019-2022. In der Vision formuliert sie ausser allgemein gehaltene Ziele auch neue Projektideen.

Wie aus dem Papier mit dem Titel «Engagement 2030» hervorgeht, denkt der Regierungsrat beispielsweise an die Schaffung einer neuen Schule für Präzisions- und Mediziningenieurwesen. Die Rede ist von einem «sitem-insel II». Dies in Anlehnung an das nationale Kompetenzzentrum für translationale Medizin «sitem-insel», das derzeit auf dem Berner Inselspital-Areal am Entstehen ist.

Weitere Projektideen sind etwa die Schaffung von einem oder mehrerer Kompetenzzentren für Digitalisierung und Public Management, der Aufbau eines nationalen Gemüsezentrums im Seeland und die Realisierung eines nationalen Kompetenzzentrums zur Förderung der Tiergesundheit.

Ganz grundsätzlich will die Berner Regierung in den Jahren bis 2030 die Wirtschaftskraft des Kantons Bern erhöhen. In diesem Kanton soll 2030 auch die Lebensqualität der Bevölkerung höher sein als heute und der gesellschaftliche Zusammenhalt besser. Ein weiteres Ziel: Beim Bewältigen der Herausforderungen im Umweltbereich spielt der Kanton Bern «eine führende Rolle».

«Wir wollen uns dergestalt engagieren», sagte Regierungspräsident Christoph Neuhaus bei der Präsentation des Papiers vor den Medien im Berner Rathaus, «dass unser Kanton in den kommenden zehn bis zwölf Jahren einen substanziellen Schritt vorwärts machen kann.»

Im Auftrag des Grossen Rats

Dass die Berner Regierung eine Vision für den Kanton Bern vorlegt, geht einerseits auf eine Forderung des Grossen Rats zurück. Er verlangte Anfang 2015 bei der Beratung der Regierungsrichtlinien 2015-2018 eine solche Mittelfrist-Strategie. Zudem ist im bernischen Organisationsgesetz vorgesehen, dass Legislaturziele Visionen über die laufende Amtsperiode hinaus umfassen.

Wie Neuhaus vor den Medien betonte, ist die Vision 2030 nicht von unten her in der Verwaltung entstanden und die Regierung hat das Papier abgenickt. Vielmehr hat es die Regierung selber erarbeitet, allerdings mit Hilfe von Spezialisten. «Es war ein spannender, sehr interessanter und intensiver Prozess», sagte Regierungsrätin Beatrice Simon.

Am Schluss wollte die Berner Kantonsregierung das Papier auch gemeinsam präsentieren und trat deshalb in corpore vor die Medien. Es ist laut Neuhaus das erste Mal seit vierzehn Jahren, dass die Berner Regierung gemeinsam vor die Medien trat. Einmal jährlich will die Kantonsregierung prüfen, ob sie mit ihrem Handeln auf dem richtigen Weg ist. Auch diese sogenannten «Reviews» seien etwas Neues, sagte Vizeregierungspräsident Christoph Ammann. Wenn nötig werden an den Zielen Korrekturen vorgenommen. Der Grosse Rat beugt sich in der Märzsession über das neue Papier.

Sprachaustausche und Innovationsfonds

In den Regierungsrichtlinien 2019-2022 hat die Kantonsregierung fünf Ziele formuliert: Der Kanton Bern ist ein attraktiver Innovations- und Investitionsstandort, der die Vernetzung von Forschung und Wirtschaft fördert. Er ist ein nationales Politikzentrum, das die Chancen der digitalen Transformation nutzt.

Er ist für seine Bevölkerung attraktiv und fördert den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Er pflegt seine regionale Vielfalt und nutzt seine Zweisprachigkeit besser. Er schafft gute Rahmenbedingungen für Zukunftstechnologien und nachhaltige Entwicklung.

Um die Zweisprachigkeit besser zu nutzen, will die Kantonsregierung Schüler-Sprachaustausche fördern. Neuhaus kündigte auch an, dass der Regierungsrat einen Fonds für strategische Investitionsvorhaben schaffen will. Erst im vergangenen November hat es der Grosse Rat abgelehnt, Nationalbankmillionen in einen solchen Fonds zu stecken.

Regierungsrichtlinien und Vision 2030 stehen unter dem Grund-Leitgedanken der nachhaltigen Entwicklung. Bedürfnisse der heutigen Generation sollen also erfüllt werden, ohne die Zukunft kommender Generationen zu beeinträchtigen.

zec/sda

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