Den Fischen ist es zu heiss

Die Hitze und die Trockenheit setzt Fischen in den Flüssen stark zu. Im Kanton Bern ist die Bachforelle besonders gefährdet – andere Arten hingegen profitieren.

Insbesondere die Bachforelle leidet unter den hohen Temperaturen.

Insbesondere die Bachforelle leidet unter den hohen Temperaturen. Bild: David Baer

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Auf die Fische in der Schweiz kommen kritische Zeiten zu. In einer Medienmitteilung warnt der Schweizerische Fischerei-Verband vor einem Massensterben der Fische wie im Jahr 2003. Grund dafür ist die momentane Hitze und die Trockenheit.

Auch im Kanton Bern haben es die Fische derzeit schwierig, wie Thomas Vuille, Leiter Fischereiinspektorat des Kantons Bern, bestätigt. «Wir haben schon zahlreiche Notabfischungen vorgenommen», sagt er. Das heisst, dass die Fische von den Behörden eingefangen und in sicherere Gewässer versetzt wurden. «Sobald wieder eine Phase kommt, in der die Wasserstände steigen, finden die Fische wieder selbstständig zurück.»

Bachforelle bedroht

Besonders betroffen seien Fliessgewässer und Bäche im Emmental. Diese Gewässer seien oft auch zu warm. «Die Temperatur wird meistens dann problematisch, sobald es für den Menschen angenehm wird», sagt Vuille. Bezogen auf die Aare, ist es bereits bei 18 Grad Celsius zu warm für Fliessgewässerfische wie Bachforelle oder Äsche. Ab 20 Grad sind die Fische gestresst, die Nahrungsaufnahme reduziert sich, sie sind anfälliger für Krankheiten.

Bei der Bachforelle ist der Rückgang extrem. «In der Sense und der Aare liegt der Rückgang der Bachforelle seit 1990 zwischen 70 und 80 Prozent», sagt Vuille. Die Trockenheit ist aber nicht der einzige Grund dafür, es gibt weitere negative Faktoren, so zum Beispiel die Mikroverunreinigungen im Wasser oder die intensive Nutzung des Wassers durch die Menschen.

Hecht und Egli profitieren

Einzelne Fischarten kommen mit den veränderten Lebensumständen aber gut zurecht. Darunter der Wels und der Alette, denen die hohen Temperaturen in den Flüssen wenig auszumachen scheint. Weitere Fische, die sich in den warmen Sommern besonders wohlfühlen, sind die Fischarten in den Seen wie beispielsweise Egli, Hecht und Rotauge. Bei ihnen erhöht sich durch die aktuell hohen Temperaturen das Nahrungsangebot.

Weniger betroffen von der Hitze sind allgemein die Fischarten, die in den drei grossen Berner Seen, Bieler-, Thuner- und Brienzersee, leben. Der Grund ist, dass sich die Fische dort besser in tiefere und kühlere Gebiete zurückziehen können.

Welche Massnahmen kann der Kanton ergreifen, um die Fische vor der Hitze zu schützen? «Wir können lediglich die Symptome bekämpfen, aber nicht die Ursache», sagt Vuille. Eine zusätzliche Massnahme gegen das Fischsterben sei die Renaturierung der Flüsse, um die Rückzugsgebiete der Fische zu verbessern. Ausserdem eigneten sich beschattete Plätze, diese richte man vermehrt ein. Auch als Privatperson sollte man sich der Problematik bewusst sein. «Die letzten Rückzugsorte der Fische sollten geschont werden», sagt Vuille. So solle man jetzt darauf verzichten, in kleinen Seen oder Gewässern zu fischen. Besserung ist keine in Sicht: Noch bis Anfang August sind überdurchschnittliche Temperaturen prognostiziert. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 24.07.2018, 18:39 Uhr

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