Das kleine Guckloch in die Polizei-Realität

Eine Analyse zeigt: Die Berner Polizei schreibt in ihren Mitteilungen vor allem über Unfälle und Brände, während häusliche Gewalt kaum Erwähnung findet.

Klicken Sie auf die Balken, um die Details zu den einzelnen Delikten anzuzeigen. (Quellen: Kriminalstatistik der Berner Kantonspolizei, Medienmitteilungen der Berner Kantonspolizei)

Christian Zellweger@@chzellweger
Simon Preisig@simsimst

«Bern/Zeugenaufruf: Zwei Männer bei Auseinandersetzung verletzt». «Rubigen: Brandursache geklärt». «Wabern/ Zeugenaufruf: Nach Kollision weitergefahren»: Was die Polizei macht, teilt sie täglich mit. Zugänglich sind diese Meldungen auf der Website der Polizei oder auf Twitter, zusätzlich verschickt die Polizei ihre Mitteilungen auch an die Medien. Diesen dienen die Communiqués als Basis für die Berichterstattung.

Ein grosser Teil der Arbeit der Polizei findet nur auf diesem Weg an die Öffentlichkeit. Worüber die Polizei nicht spricht, darüber spricht auch sonst kaum jemand.

Eine Auswertung zeigt: In den Jahren 2013 und 2014 wurden 1861 Meldungen verfasst. Diese betrafen 1719 einzelne Fälle. Rapportiert und in der Kriminal- und Verkehrsstatistik verzeichnet wurden dagegen 174'413 Einträge, gestützt auf Bundesgesetze und das Strassenverkehrsgesetz. Das bedeutet: Nur ein kleiner Teil des Polizeialltags findet Eingang in die Öffentlichkeitsarbeit. Die Polizei wählt strikt aus, was sie kommuniziert. Wie macht sie das? Und welches Bild vermittelt sie damit? «Der Bund» hat die veröffentlichten Polizeicommuniqués der Jahre 2013 und 2014 analysiert und mit den Zahlen aus der bernischen Kriminalstatistik verglichen (siehe Grafik oben), um diese Fragen zu beantworten.

Falls der Text mobile nicht vollständig angezeigt wird, finden Sie hier die Analyseergebnisse.

DerBund.ch/Newsnet

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