Das ist der Preis für die SVP-Politik

Die SVP schafft es zwar bei Nationalratswahlen zu punkten, im Ständerat will es jedoch nicht klappen.

Für die SVP schwer zu erreichen: Sitze im Ständerat.

Für die SVP schwer zu erreichen: Sitze im Ständerat. Bild: Keystone

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Nach dem Rückzug von SVP-Spitzenkandidat Albert Rösti sind die Ständeräte Werner Luginbühl (BDP) und Hans Stöckli (SP) faktisch gewählt. Damit ziehen zwei erfahrene Politiker zurück ins Bundeshaus, die aufgrund ihrer Arbeit die Wiederwahl verdient haben. Dass die SVP, die mit Abstand grösste Partei im bürgerlichen Kanton Bern, aufgeben muss, ist allerdings bemerkenswert. Der Berner Oberländer Albert Rösti zieht die Notbremse, weil er es trotz offener Persönlichkeit und Kulanz nicht geschafft hat, sich als mehrheitsfähig zu verkaufen.

Dieses Dilemma der SVP zeigt sich auch in anderen Kantonen immer wieder – und ist auch auf Bundesebene aktuell, wenn es um die Frage geht, wer für die SVP den zweiten Sitz im Bundesrat besetzen könnte. Die profiliertesten und bekanntesten Köpfe sind Politiker, die von Leuten, die nicht SVP wählen, oft als zu extrem eingeschätzt werden.

Rösti stand im Kanton Bern als nationaler Wahlkampfleiter für jene Partei, die sich als scharfe Opposition versteht und nur selten Kompromisse sucht. Damit punktet die SVP zwar für den Nationalrat, wo es um Wähleranteile geht; nicht aber für den Ständerat, wo es absolute Mehrheiten für fähige Persönlichkeiten braucht. Die SVP wird im 46-köpfigen Ständerat auch in der neuen Legislatur nur mit maximal sieben Politikern vertreten sein. Im Kanton Zürich scheiterte die SVP heuer zum wiederholten Mal.

Auch bei Wahlen in Kantonsregierungen haben es die SVP-Kandidaten in der Regel schwer. Diese Erfahrung machte die Berner Kantonalsektion 2006, 2010 und 2014. Überall leiden selbst umgängliche SVP-Politiker darunter, dass viele ihre Partei für nicht regierungsfähig halten.

Für den Kanton Bern ist das mit Blick auf den Ständerat nicht schlimm. Mit Werner Luginbühl und Hans Stöckli sitzen für den Kanton weiterhin zwei Personen in der kleinen Kammer des Bundeshauses, die der vielfältigen bernischen Wählerschaft aus Stadt und Land passende Gesichter geben. (Der Bund)

Erstellt: 21.10.2015, 07:13 Uhr

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