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Burgdorfer Jugendarbeiter ist doch verurteilt

Dokumente belegen, dass die Vorwürfe der Pnos gegen einen Mitarbeiter der Stadt Burgdorf zutreffen.

Der Jugendarbeiter S. wurde wegen Beschimpfung und Drohung verurteilt.
Der Jugendarbeiter S. wurde wegen Beschimpfung und Drohung verurteilt.
Adrian Moser (Symbolbild)

In der vergangenen Woche hat noch vieles darauf hingedeutet, dass er unschuldig ist: Die rechtsextreme Partei National Orientierter Schweizer (Pnos) hat einem Jugendarbeiter der Stadt Burgdorf öffentlich vorgeworfen, er bewege sich in linksextremen Kreisen und habe mehrere Straftaten begangen. Die Stadt Burgdorf hat sich jedoch hinter ihn gestellt. Dem «Cyber-Mobbing» müsse Einhalt geboten werden, hiess es.

Nun wird klar: Die Vorwürfe treffen zu. Aus Akten, die dem «Bund» vorliegen, geht hervor, dass der Jungendarbeiter wegen Beschimpfung und Drohung verurteilt wurde. Im Strafbefehl, der im Dezember 2017 rechtskräftig wurde, heisst es, er habe zusammen mit zwei anderen Personen einen Mann umzingelt und diesen als «Scheiss-Nazi» und «Fascho» beschimpft. Während der Auseinandersetzung habe er dem Mann angedroht, ihn bei einem nächsten Mal «kaputt» zu machen. Die drei Täter seien mit Sturmhauben maskiert gewesen. Gegen einen der beiden mutmasslichen Mittäter läuft ein Jugendstrafverfahren. Er war also zum Zeitpunkt der Tat noch minderjährig. Der Jugendarbeiter wurde bei einer dreijährigen Bewährungsfrist zu einer bedingten Geldstrafe verurteilt.

Weitere Verurteilung 2008?

Dem «Bund» wurde ein Bild eines weiteren Dokuments zugespielt, das belegen soll, dass der Jugendarbeiter schon 2008 wegen Körperverletzung, Landfriedensbruch sowie Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte verurteilt worden sei. Das Bild zeigt aber nur einen Ausschnitt des Dokuments, weshalb unklar bleibt, ob und in welcher Form er an den Taten beteiligt war und ob es sich dabei um ein rechtskräftiges Urteil handelt.

Der Jugendarbeiter bestreit die Verurteilung vom Dezember 2017 nicht. Dass er seinen Einspruch zurückgezogen habe, sei aber kein Schuldeingeständnis, schreibt seine Anwältin per Mail. Auch dürfe daraus nicht geschlossen werden, dass er akzeptiere, wie der Sachverhalt im Urteil dargestellt sei. Mehr will sie nicht sagen.

Auch die Stadt Burgdorf mag das Urteil gegen ihren Mitarbeiter nicht kommentieren. «Solange wir keinen aktuellen Strafregisterauszug haben, spekulieren wir nicht über mögliche Konsequenzen», sagt der Stadtschreiber Roman Schenk auf Anfrage. Man habe jetzt einen aktuellen Strafregisterauszug bestellt. Bei der Anstellung vor zwei Jahren sei «wie üblich» ein Auszug aus dem Strafregister verlangt worden. «Darin waren keine Straftaten verzeichnet», sagt Schenk. Der Jugendarbeiter mache in Burgdorf eine gute Arbeit.

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