Bundesgericht bestätigt Freiheitsstrafe nach tödlichem Messerstich

Mit dem Entscheid des Bundesgerichts wird das Urteil des Obergerichts Bern zum Fall des Mannes, der 2013 einen Mann mit einem Messer tödlich verletzte, bestätigt.

Die Tat geschah beim Club 3000 in der Gemeinde Rapperswil.

Die Tat geschah beim Club 3000 in der Gemeinde Rapperswil. Bild: Archiv/Keystone

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Das Bundesgericht hat eine Freiheitsstrafe von acht Jahren und neun Monaten für einen Mazedonier wegen vorsätzlicher Tötung und versuchter schwerer Körperverletzung bestätigt. Der Verurteilte hatte im September 2013 vor einem Sexclub in der Ortschaft Lätti BE zwei Männer mit einem Messer verletzt. Einer der beiden verstarb.

Die Auseinandersetzung hatte im Fumoir des Sexclubs ihren Anfang genommen. Der Mazedonier hatte einen Teil des Abends mit einer Frau verbracht, mit der er ein emotionales Verhältnis hatte. In der Folge musste er zusehen, wie sich diese Frau mit einem Kosovaren abgab.

Es kam zum Streit. Die Männer konnten aber getrennt werden. Der Kosovare und seine beiden Schweizer Kollegen fuhren mit einem Auto davon. Der Mazedonier blieb vor dem Club zurück.

Die Männer im Wagen entschieden sich jedoch, umzukehren. Einer der Schweizer ging auf den Mazedonier zu, weil dieser ihm bei der Auseinandersetzung im Fumoir eine Kette zerrissen hatte.

Auseinandersetzung gesucht

Der Mazedonier zog ein Messer, mit welchem er in der Folge den Schweizer an der Schulter verletzte. Der Kosovare stieg unterdessen ebenfalls aus dem Wagen aus. Er suchte den Kampf mit seinem Kontrahenten. Der Mazedonier verletzte den Kosovaren mit dem Messer so schwer am Kopf, dass dieser wenige Stunden später verstarb.

Das Bundesgericht bestätigt in seinem am Montag publizierten Entscheid das Urteil des Obergerichts Bern, soweit es auf die Beschwere des Mazedoniers eingetreten ist.

Der Verurteilte hatte auf Notwehr plädiert und gerügt, das Anklageprinzip sei verletzt worden. Weil er seine Begehren weitgehend ungenügend begründet hatte, ist das Bundesgericht auf die Beschwerde nur teilweise eingetreten.

Obergericht reduzierte Strafe

In erster Instanz war der Hauptangeklagte im Jahr 2015 zu einer Freiheitsstrafe von zehn Jahren verurteilt worden. Das bernische Obergericht reduzierte die Strafe im November 2016 auf achtdreiviertel Jahre, weil es den sogenannten Eventualvorsatz stärker gewichtete.

Der Beschuldigte habe mit den Messerstichen gegen den Kopf des Kontrahenten dessen Tod nicht willentlich angestrebt, aber eine tödliche Verletzung in Kauf genommen, kam das Obergericht seinerzeit zum Schluss. (Bundesgerichtsurteil 6B_520/2017 vom 01.02.2018) (msl/sda)

Erstellt: 12.02.2018, 12:02 Uhr

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