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Bundesamt sperrt Platz in Wileroltigen ab

Das Vorgehen des Bundes stellt Berns Regierungsrat Neuhaus vor Probleme.

Das Gelände ist mit Beton und einer Metallbarriere abgesperrt.
Das Gelände ist mit Beton und einer Metallbarriere abgesperrt.
Manu Friedrich

Gülle auf dem Feld, Betonklötze vor dem Eingang: So wollen Bewohner von Wileroltigen verhindern, dass wieder Fahrende auf dem Gelände bei der A 1 übernachten. Doch dieses absichtlich verschmutzte Feld gehört nicht irgendjemandem. Besitzerin ist das Bundesamt für Strassen (Astra), also die Schweizer Eidgenossenschaft.

Im Juli hat das Astra dem Kanton Bern das Areal an der A 1 angeboten, damit dort ein definitiver Transitplatz für ausländische Fahrende entstehen kann. In den vergangenen Monaten machten Fahrende auf dem Platz Halt. Im Dorf führte beides zu Protesten, die nun unter anderem in der Verbarrikadierung des Geländes durch erzürnte Einheimische gipfelten. Was sagt das Astra zur Verschmutzung seines Bodens? Die Antwort überrascht.

Mit Sperrung einverstanden

Das Astra sagt, man habe von der Aktion der Wileroltiger nichts gewusst. Man habe aber nichts dagegen, dass auf dem Gelände Jauche liege und der Eingang blockiert sei. Schliesslich sei der Zugang zum Autobahnrastplatz gewährleistet, der sichere Betrieb der Nationalstrasse nicht tangiert. So sagt es Thomas Rohrbach, Mediensprecher des Astra.

Und das Astra ist nicht nur mit der Sperrung durch die Wileroltiger einverstanden –das Bundesamt hat die Zufahrt zusätzlich mit Leitplanken versperrt. Denn wichtig aus der Sicht des Astra sei, dass die Felder wieder landwirtschaftlich genutzt werden könnten.

«Widersprüchlich, bedauerlich»

«Widersprüchlich» sei das Vorgehen des Astra, findet Angela Mattli, Kampagnenleiterin der Gesellschaft für bedrohte Völker. Sie ist der Meinung, dass die Argumente der landwirtschaftlichen Nutzung nur vorgeschoben seien. In Wahrheit gehe es auch darum, die Fahrenden bis auf Weiteres vom Gelände fernzuhalten.

Dass sich Mitglieder des Bürgerkollektivs von Wileroltigen mit der Gülle und der Absperrung wehrten, sei bereits «eine schwierige Situation», sagt Mattli. «Dass nun aber ein Bundesamt diese Massnahmen zusätzlich verstärkt», sei bedauerlich. Zumal es dasselbe Amt gewesen sei, welches im Juli den Boden für die Fahrenden von sich aus zur Verfügung gestellt habe. Dies mit einem forschen Vorgehen, das in Wileroltigen manche vor den Kopf gestossen habe.

Bleibt Wileroltigen, nachdem inzwischen nicht nur aus dem Dorf, sondern auch von der Grundbesitzerin, dem Astra, negative Signale kommen, die von Regierungsrat Christoph Neuhaus (SVP) weiterverfolgte Option für den bernischen Transitplatz? Das Areal Wileroltigen wäre für den Kanton viel günstiger als das Gelände bei Meinisberg.

Im Grossen Rat solle nun geprüft werden, ob das Areal bei Wileroltigen als Transitplatz geeignet wäre, sagt Neuhaus. Auf der Suche nach einem anderen Areal sei der Kanton nicht. «Alles andere wäre Spekulation», sagt der Regierungsrat.

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