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Bund will keine Varianten mehr prüfen zu A5-Westast

Nach 40 Jahren Vorarbeit und 50 Millionen Franken für Planung und Projektierung ist der Bund aber nicht mehr für die Ausarbeitung weiterer Varianten zu haben.

Die Umfahrung von Biel hat bereits einigen Ärger bereitet. Die Linienführung des Westasts gibt nun zu reden.
Die Umfahrung von Biel hat bereits einigen Ärger bereitet. Die Linienführung des Westasts gibt nun zu reden.
Tobias Anliker (Archiv)

Die Linienführung der Umfahrung Biel sei Gegenstand zahlreicher Studien gewesen, schreibt der Bundesrat in einer am Donnerstag veröffentlichten Antwort auf eine Interpellation der Berner SP-Nationalrätin Evi Allemann. Die Landesregierung betont darin, dass das heute vorliegende Projekt das Ergebnis eines partizipativen Prozesses sei. Bis heute habe der Bund bereits Beiträge von rund 50 Millionen Franken an die Planung und Projektierung geleistet. Vor diesem Hintergrund zeigte sich der Bundesrat nicht mehr bereit, die Ausarbeitung von alternativen Varianten finanziell zu unterstützen.

Später Widerstand

Viele grosse Verkehrswege führen nach Biel, enden aber am Stadtrand. Der Verkehr ergiesst sich dann auf das lokale Strassennetz. Mit der Umfahrung Biel soll die Stadt vom Verkehr entlastet werden. Damit wird auch eine der letzten Lücken im Schweizer Autobahnnetz geschlossen. Ein erstes fast fünf Kilometer langes Teilstück, der sogenannte Ostast, ist im Bau und soll dieses Jahr eröffnet werden. Er verläuft ausserhalb des Stadtzentrums von der Verzweigung Brüggmoos bis zur Verzweigung Bözingenfeld. Was noch fehlt ist der Westast, der zumeist unterirdisch unter Biel hindurch führt und die Verbindung zum Seeufer schafft.

Der Widerstand gegen den Westast kam spät in die Gänge. Doch je näher das Projekt rückte, desto stärker wurde bei manchen Bielerinnen und Bielern die Angst vor einer Autobahn, mitten im dicht besiedelten Gebiet. Der Westast zerstöre mit seinen offenen Autobahnanschlüssen den Stadtraum, befürchtet das Komitee «Westast so nicht!». Ausserdem pumpe der Autobahnanschluss Verkehr in die Stadt. Der geplante, offene Autobahnanschluss Biel Zentrum käme hinter dem Bahnhof zu liegen - ein 250 Meter langer Graben, die Autobahn 18 Meter in der Tiefe und darüber ein grosser Kreisel.

«Eher positiv»

Allemann wollte von Bundesrat auch Informationen zum Kosten-Nutzen-Verhältnis des Westastes. Das Projekt bringe der Region eine markante Verkehrsentlastung, mehr Verkehrssicherheit auf dem untergeordneten Strassennetz und weniger Lärm für die Bevölkerung, hält der Bundesrat in seiner Antwort fest. Darum sei die Kosten-Nutzen-Analyse gesamthaft «eher positiv zu werten», trotz der beträchtlichen Kosten von rund zwei Milliarden Franken. Auch eine Analyse der Wirksamkeit fällt gemäss Bundesrat «grundsätzlich positiv» aus, denn das Projekt trage zur Verbesserung der Lebensqualität und der urbanen Raumverhältnisse in der gesamten Region bei.

SDA/mon

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