Braucht es die Umfahrung Aarwangen?

Die Umfahrungsstrasse in Aarwangen geht den ganzen Kanton etwas an – im Speziellen auch die Stadt Bern. Beim «Bund» ist man sich nicht einig, ob der Bau notwendig ist.

Die Situation in Aarwangen. Braucht es hier eine Umfahrungsstrasse? (Archiv)

Die Situation in Aarwangen. Braucht es hier eine Umfahrungsstrasse? (Archiv) Bild: Franziska Rothenbühler

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Am 21. Mai stimmt das Volk im Kanton Bern über einen Projektierungskredit von 6,6 Millionen Franken für eine neue Umfahrungsstrasse in Aarwangen ab. Die Strasse selbst soll 136 Millionen Franken kosten. Der VCS und die Grünen hatten dagegen das Referendum ergriffen, um dem Volk zu einem frühen Zeitpunkt einen Grundsatzentscheid zu ermöglichen. Auch die «Bund»-Redaktion ist sich nicht einig, weshalb wir hier Argumente für und gegen die neue Strasse veröffentlichen.

Pro
Lesen Sie hier den Artikel von Adrian Schmid, der für die Umfahrungsstrasse plädiert.

Contra
Lesen Sie hier den Artikel von Simon Thönen, der gegen die Umfahrungsstrasse argumentiert.

Um was geht es?
Der Projektierungskredit, über den das Volk abstimmt, soll die Weichen für eine Umfahrung von Aarwangen stellen, die 136 Millionen Franken kosten würde.

Das Städtchen Aarwangen (4500 Einwohner) bei Langenthal im Oberaargau leidet unter dem Durchgangsverkehr. Seine Brücke ist ein, auch von vielen Lastwagenfahrern genutzter, Aareübergang auf dem Weg von und zur Autobahn A 1. Regierungsrat und Grosser Rat wollen die Verkehrssituation verbessern. Kernstück der Sanierungslösung ist eine neue Umfahrungsstrasse.

Die neue Strasse würde westlich von Langenthal bei Bützberg beginnen, den Spichigwald in einem Tunnel unterqueren, die Aare auf einer neuen Brücke überqueren und schliesslich auf der anderen Aareseite – nach einer Bahnunterführung – in die bestehende Kantonsstrasse münden, die zum Autobahnanschluss Niederbipp führt. (siehe Karte)

Am 21. Mai stimmt das Volk im Kanton Bern nicht über die Umfahrungsstrasse an sich, sondern über den Projektierungskredit von 6,6 Millionen Franken ab. Der VCS und die Grünen hatten dagegen das Referendum ergriffen, um dem Volk zu einem frühen Zeitpunkt einen Grundsatzentscheid zu ermöglichen. Die Umfahrung, die sie als «Luxusstrasse im Oberaargau» bezeichnen, lehnen sie als zu teuer, zu umweltschädlich und nicht zweckmässig ab.

Für die Befürworter ist die Umfahrung dagegen die einzig praktikable Lösung, um Aarwangen zu entlasten und dem Industriezentrum Langenthal einen besseren Autobahnanschluss zu bieten. Die Verkehrssanierung mit Umfahrung wird laut Schätzungen des Kantons 136 Millionen Franken kosten (Genauigkeit: plus/minus 20 Prozent). Weil dies zu teuer für das ordentliche Strassenbudget wäre, soll ein Teil aus dem Restbetrag eines kantonalen Investitionsspitzenfonds finanziert werden, der aufgelöst wird.

Der Kanton erwartet zudem einen Beitrag des Bundes. Dies unter dem Titel flankierende Massnahmen zum bereits beschlossenen Ausbau der Autobahn A 1 auf sechs Spuren. Dafür hat der Bund 60 Millionen reserviert, die aber für diverse Massnahmen in den Kantonen Bern und Solothurn reichen müssen. Neben der Umfahrungsstrasse sind begleitende Verkehrsberuhigungen in Aarwangen und der Region geplant.

Ursprünglich hatte der Kanton auch eine andere Sanierungsvariante geplant, die auf Verflüssigung und Verkehrslenkung auf dem bestehenden Strassennetz setzt, ähnlich wie bei der Seftigenstrasse in Wabern. Diese Variante «Null plus» würde 44 Millionen kosten. (st) (Der Bund)

Erstellt: 08.05.2017, 06:45 Uhr

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