BLS-Autoverlad bleibt in den roten Zahlen

Der Autoverlad am Lötschberg beschert der BLS weiterhin rote Zahlen. Ein kostendeckender Betrieb sei frühestens 2015 möglich, erklärte Urs Hochuli, Leiter Autoverlad, am Mittwoch vor den Medien in Goppenstein VS.

Autoverlad Lötschberg: Der Tourismus im Wallis hat einen grossen Einfluss.

Autoverlad Lötschberg: Der Tourismus im Wallis hat einen grossen Einfluss.

(Bild: Valérie Chételat (Archiv))

Allein im vergangenen Jahr fuhr die Sparte einen Verlust von 1,6 Millionen Franken ein. Hauptgrund dafür ist laut BLS die Baisse im Tourismus, denn drei von vier Autoverlad-Kunden sind Wallis-Touristen.

«Wenn der Tourismus im Wallis Schnupfen hat, dann hat unser Autoverlad Grippe», sagte Hochuli. Im ersten Halbjahr 2013 waren die Frequenzen nochmals leicht rückläufig; das Halbjahresergebnis wird aber erst im September bekanntgegeben.

Schwarze Zahlen vorerst nicht in Sicht

Die BLS sind bemüht, den Autoverlad zurück in die schwarzen Zahlen zu bringen. Einfach ist das nicht, wie Andreas Willich als Leiter Personenverkehr deutlich machte. So sind dem Unternehmen bei den Tarifen die Hände gebunden, da gemäss Vereinbarung mit dem Preisüberwacher bis Ende 2014 keine Erhöhung möglich ist.

Hoffnungen setzt die BLS unter anderem in die laufenden Vehandlungen mit dem Bund über die Trassenpreise. Diese sollten sich nach Meinung des Unternehmens künftig zumindest am Regionalverkehr orientieren statt am Fernverkehr. Das brächte eine Senkung der Kosten von bis zu einer Million Franken mit sich.

Autos sind auch Güter

Noch lieber wäre der BLS, wenn man den Autoverlad gleich dem Güterverkehr zuordnen würde. Das würde die Kostenseite massiv entlasten. «Schliesslich transportieren wir Güter, nämlich Autos», sagte Willich.

Auf jeden Fall habe man für den Autoverlad am Lötschberg bislang die hohen Fernverkehr-Preise bezahlt, ohne bei der Infrastruktur von Deckungsbeiträgen zu profitieren. Das müsse sich ändern.

Doch die BLS will nicht nur Kosten senken, sondern auch effizienter werden und neue Kunden für ihre Autozüge anlocken. Deshalb lanciert sie auf Februar 2014 einen Online-Vertrieb. Dabei hat man besonders die Touristen im Visier, weshalb eine enge Zusammenarbeit mit den Walliser Hoteliers geplant ist.

Kampf um den Simplon

Weiter möchte die BLS ihrer Konkurrentin SBB sowohl den Regionalverkehr als auch den Autoverlad am Simplon abluchsen, wie kürzlich bekannt wurde. Die BLS möchte «alles aus einer Hand anbieten können».

Zunächst ist in dieser Frage allerdings das Bundesverwaltungsgericht am Zug. Denn die BLS und auch der Kanton Wallis setzen sich gegen die Verlängerung der Konzession an die SBB bis 2017 zur Wehr. Die BLS würde den Simplon gerne schon 2015 «übernehmen».

gbl/sda

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