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Reichenbach und Kiene bleiben unberührt

Der Berner Energiekonzern stellt mehrere Wasserkraftprojekte im Berner Oberland ein. Umweltverbände begrüssen diese «gute Nachricht für die Gewässer».

Im Gasterntal wird es nun kein Wasserkraftwerk geben (Archivbild).
Im Gasterntal wird es nun kein Wasserkraftwerk geben (Archivbild).
Franziska Scheidegger

Der Berner Energiekonzern BKW hat sich mit Umweltverbänden über mehrere Wasserkraftprojekte im Berner Oberland geeinigt. Die BKW verzichtet unter anderem auf Projekte im Oberhasli, im Gasterntal und im Kiental. Weiterverfolgen wird die BKW Projekte am Sousbach und in Hondrich.

Diese Projekte sollen in einer Begleitgruppe ökologisch verbessert und gleichzeitig rascher umgesetzt werden, wie die BKW und die Umweltorganisationen Aqua Viva, Pro Natura Bern, Stiftung Landschaftsschutz Schweiz und WWF Bern am Dienstag mitteilten.

Die Umweltverbände werten die gefundene Lösung als «gute Nachricht für die Gewässer», wie sie in einer Mitteilung schreiben. Der Kompromiss kam nach langjährigen Verhandlungen zustande.

Konkret geht es darum, dass die BKW bei ökologisch wertvollen Gewässern auf eine Nutzung verzichtet. Im Gasterntal inklusive der Schlucht durch die Klus, im gesamten Oberlauf der Kiene im Kiental sowie an einigen Gewässern im Saanenland wird dies der Fall sein.

Weiter verzichtet die BKW auf das stark umstrittene Projekt «Schattenhalb 4» im Rosenlauital. Damit bleibt der Reichenbach unberührt.

Weniger Konflikte

Ausgeklammert wurden mögliche Projekte am Iffigbach an der Lenk und im Unterlauf der Kiene. Hier wollen sich die Umweltverbände weiterhin für den Naturschutz einsetzen, wie sie mitteilten.

Die Resultate der Verhandlungen bringen gemäss BKW verschiedene Vorteile: weniger Konfliktfälle, mehr Planungssicherheit, ein effizienter Ressourceneinsatz auch bei den Behörden und einen Schritt vorwärts in der Energiestrategie und beim Gewässerschutz. Die Einigung wollen BKW und Umweltverbände auch als Signal an die Behörden und die Politik im Kanton Bern verstanden wissen. Sie wünschen sich, dass die Verbindlichkeit für die Verzichtprojekte auch auf Gemeindeebene festgelegt wird.

Goldgräberstimmung hat sich gelegt

Vor rund zehn Jahren begann der Bund mit der Kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) erneuerbare Energien zu fördern. Mit der Aussicht auf KEV-Gelder brach damals in der Wasserkraft eine Art Goldgräberstimmung aus. Nun wurden plötzlich Projekte interessant, die sich zuvor kaum gelohnt hätten. Das Resultat: eine Flut von Gesuchen für neue Kleinwasserkraftwerke.

Umweltkreise und Fischer kritisierten, dass jeder noch so kleine Bach für die Stromgewinnung genutzt werden solle. Verschiedene Projekte, etwa Schattenhalb 4, stiessen auf heftigen Widerstand in der Bevölkerung.

Im Kanton Bern jedenfalls haben sich Umweltkreise und die BKW nun in einem Kompromiss gefunden.

SDA/mck

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