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BKW überwälzt die Abgaben für Wind- und Solarstrom auf die Kunden

Ein Durchschnittshaushalt zahlt künftig pro Jahr 26 
Franken mehr für den Strom.

Die BKW will die Kosten für Wind- und Solarstrom im Kanton Bern erhöhen.
Die BKW will die Kosten für Wind- und Solarstrom im Kanton Bern erhöhen.
Adrian Moser

Der Bund fördert den Bau von Wind- und Solarkraftwerken sowie von kleinen Wasserkraftwerken. Das Geld dafür stammt aus der KEV-Abgabe, welche die Konsumenten bezahlen müssen. Diese steigt von 0,6 auf 1,1 Rappen je Kilowattstunde. Wegen dieser Erhöhung und einer leicht höheren Gewässerschutzabgabe verteuert die BKW den Strompreis auf Anfang 2015 um durchschnittlich 2,9 Prozent.

Die Erhöhung fällt allerdings unterschiedlich hoch aus, abhängig davon, welche Art und welche Menge Strom der Kunde bezieht. Beim Haushaltstrom mit Hoch- und Niedrigtarif steigt der Preis laut BKW um 2,5 Prozent. Ein Modellhaushalt mit einer 5-Zimmer-Wohnung mit Elektrokochherd und Tumbler, aber ohne einen Elektroboiler, verbraucht pro Jahr rund 4500 Kilowattstunden Strom. Er muss nächstes Jahr dafür 25.65 Franken oder 2.14 Franken monatlich mehr bezahlen. Bei kleinen Haushalten mit Einheitstarif beträgt die Erhöhung lediglich 2,1 Prozent.

Eine Kilowattstunde kostet neu im Hochtarif 26.29 Rappen und im Niedrigtarif 17.22 Rappen, beides inklusive Mehrwertsteuer. Davon entfällt die eine Hälfte auf die Netznutzung samt Abgaben und die andere Hälfte auf den Strom. Die BKW betont, dass grundsätzlich nur die Netzabgaben steigen und der Strompreis angesichts der europaweiten Überschüsse nicht. Allerdings gibt es zwei Ausnahmen: Für die Besitzer von Elektrospeicherheizungen sowie die Betreiber der Strassenbeleuchtungen, also Bund, Kantone und Gemeinden, wird ausser dem Netz auch die Energie teurer. Der Grund ist, dass Elektrospeicherheizungen neben der Aufladung mit Nachtstrom vermehrt auch mit Tagstrom geladen werden. Und die Stras­senbeleuchtung wird laut BKW immer häufiger in der Hochtarifphase eingeschaltet. Die Kunden könnten die Preiserhöhungen durch ihr Verhalten oder den Einsatz von sparsameren Heizungen und Strassenlampen wieder auffangen, heisst es weiter.

Kühllager als Stromspeicher

Gemeindebetriebe und private Unternehmen haben eine neue Möglichkeit, ihre Stromkosten zu senken: Sie können mithelfen, die Schwankungen bei der Produktion von Wind- und Sonnenenergie gegen Bezahlung auszugleichen. Mit dem Migros-Verteilbetrieb im aargauischen Neuendorf hat die BKW den ersten Kunden für das neue Angebot gefunden. Wenn auf dem Markt Überschuss an erneuerbaren Energien herrscht, bezieht die Migros mehr Strom und senkt damit die Temperatur im Tiefkühllager um einige zusätzliche Grad ab. Wenn Stromknappheit droht, schaltet sie die Kühlmaschinen für einige Stunden aus. Die Migros wird für diese Dienstleistung entschädigt. Die BKW sucht weitere Unternehmen, welche bereit sind, auf diese Weise bei der Regelung des Strom­angebots mitzumachen. Eine Entschädigung gibt es bereits für die Bereitschaft, die Anlagen je nach Stromanfall an- oder abzuschalten.

Die BKW arbeitet bei diesem Projekt mit der deutschen Firma Entelios zusammen. Sie habe eine Eigenentwicklung des Systems geprüft und sich dagegen entschieden, teilte eine Firmensprecherin mit. Der Zeitbedarf, die Kosten und die Risiken seien als zu gross beurteilt worden. Das System von Entelios habe sich in Deutschland schon bewährt und die BKW könne damit ihr Angebot sofort starten.

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