Bieler Statthalter optimistisch bezüglich Transitplatz für ausländische Fahrende

Philippe Chételat ist zuversichtlich, dass ein passender Standort für einen Transitplatz für ausländische Fahrende in der Region Biel-Seeland gefunden wird.

Der in Meinisberg geplante Standplatz war dem Grossen Rat zu teuer.

Der in Meinisberg geplante Standplatz war dem Grossen Rat zu teuer.

(Bild: Valérie Chételat)

Die Regierungsstatthalter der Verwaltungskreise Biel und Seeland suchen derzeit einen Standort für einen Transitplatz für ausländische Fahrende. Der Bieler Statthalter Philippe Chételat sagt, er sei optimistisch, dass sein Amt eine Lösung finde.

Um einen solchen Transitplatz zu finden, haben Chételat und seine Aarberger Amtskollegin Franziska Steck bei den Gemeinden ihres Verwaltungskreises angeklopft. Chételat sagt, fest zugesagt habe noch niemand. Doch mit gewissen Gemeinden stehe er noch in der Diskussion.

Noch hängig ist das Verfahren auch im Verwaltungskreis Seeland. Das Statthalteramt könne noch keine Lösung präsentieren, sagte der stellvertretende Statthalter Thomas Gross auf Anfrage.

Die Gemeinde Orpund gab am Dienstag in einer Medienmitteilung bekannt, sie sei vom Bieler Statthalter in dieser Angelegenheit kontaktiert worden. Die Bieler Vorortsgemeinde werde das sogenannte Römerareal auch nicht teilweise für einen Transitplatz zur Verfügung stellen. Der Gemeinderat halte an einem früheren Entschluss fest.

Auftrag des Kantons

Dass sich der Bieler Statthalter und die Aarberger Statthalterin auf die Suche nach Transitplätzen für ausländische Fahrende machten, geht laut dem bernischen Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektor Christoph Neuhaus auf einen Auftrag seiner Direktion zurück.

Bald sei wieder Fahrenden-Saison, sagte Neuhaus am Dienstag der Nachrichtenagentur sda. Die Idee sei derzeit, zwei bis drei kleinere Plätze für ausländische Fahrende zu finden. Diese Plätze sollten in der Bevölkerung keine Ängste wecken. Nur zwei Statthalterämter hätten den Auftrag gefasst, solche Plätze zu suchen. Im Seeland soll ein solcher Transitplatz entstehen, weil ausländische Fahrende gern grosse Transitachsen benutzen und etliche von ihnen aus dem nahen Frankreich kommen.

Lange Suche

Der Kanton Bern sucht schon lange nach einem Transitplatz für ausländische Fahrende. Die Suche ging im vergangenen September von Neuem los, nachdem der bernische Grosse Rat einen Kredit von 9,3 Millionen Franken für die Schaffung eines solchen Areals in der Seeländer Gemeinde Meinisberg abgelehnt hatte. Die Regierung solle einen günstigeren Alternativstandort finden oder den Platz in Meinisberg billiger realisieren, lautete der Tenor. Die Gemeinde Meinisberg war gegen das Projekt.

Noch im vergangenen November gab sich Neuhaus nach einem Treffen mit Seeländer Gemeindevertretern vorsichtig optimistisch: Nicht mehr die Frage ob, sondern eher wo und wie ein solcher Platz realisiert werden solle, stehe im Vordergrund, sagte er damals. In der Region sei man sich bewusst geworden, dass der Bedarf nach einem solchen Platz bestehe.

Neuhaus hatte vor dem Gemeindevertretern betont, dass mit der Schaffung eines offiziellen Transitplatzes unerwünschte Landbesetzungen vermieden werden könnten. Das zeigten Erfahrungen aus dem Kanton Aargau.

lpa/sda

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