Biel und Nidau überdenken «Agglolac»-Land-Verkauf

Der Verkauf des Geländes für die «Agglolac»-Überbauung in Biel war beschlossene Sache. Nach Protesten kommen die Gemeinden Biel und Nidau darauf zurück.

Eine Visualisierung der Agglolac-Siedlung.

Eine Visualisierung der Agglolac-Siedlung. Bild: zvg

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die Städte Biel und Nidau wollen für das grosse Bauprojekt Agglolac eine alternative Variante zur bisher geplanten Finanzierung erarbeiten. Die Stadtparlamente sollen zu gegebener Zeit die Wahl haben. Konkret geht es um die Frage, ob das Land verkauft oder im Baurecht abgegeben wird.

Mit dem mehrere hundert Millionen schweren Projekt soll auf dem ehemaligen Gelände der Landesausstellung Expo.02 Wohnraum für 1500 Menschen entstehen. Das Nidauer Seeufer zwischen Zihl und Nidau-Büren-Kanal wird aufgewertet mit Promenade und vergrössertem Hafen.

Dies bedingt grössere Investitionen der öffentlichen Hand in die Infrastrukturen. Um diese Kosten zu stemmen war bislang geplant, dass die Städte Biel und Nidau dem Investor und Projektentwickler Mobimo das zur Überbauung vorgesehene Land in der Nidauer Seezone verkaufen. Mit dem Erlös sollten die Investitionen der öffentlichen Hand ermöglicht werden.

Im Gegenwind

Die beiden Stadträte hatten diesem Vorgehen 2013 zugestimmt. In den vergangenen Monaten ist die geplante Finanzierung aber von Vertreterinnen und Vertretern verschiedener Parteien in Frage gestellt worden. In Vorstössen forderten sie, das Land im Agglolac-Perimeter solle nicht verkauft, sondern im Baurecht abgegeben werden. Die Projektgesellschaft Agglolac lässt nun abklären, welche Auswirkungen eine baurechtsweise Abgabe des Landes auf das Projekt hätte, wie sie am Freitag mitteilte. Anhand dieser Analyse wollen die beiden Städte dann eine alternative Finanzierungsvariante erarbeiten.

Eitel Freude herrscht darüber nicht, wie der Mitteilung unschwer zu entnehmen ist. Die beiden Städte und der Investor erachteten ein Rückkommen auf das Finanzierungsmodell nach vier Jahren intensiver Planung als «grundsätzlich problematisch», heisst es in dem Communiqué. Trotzdem wolle man sich der Diskussion nicht verschliessen.

Nun wird mit Hilfe externer Fachpersonen auch ein Finanzierungsmodell mit Baurechtsabgabe erarbeitet. So sei sichergestellt, dass die beiden Stadtparlamente zu gegebener Zeit über zwei gleich sorgfältig ausgearbeitete Varianten befinden könnten, schreibt die Projektgesellschaft in ihrer Mitteilung weiter.

Die Stadtparlamente von Biel und Nidau werden voraussichtlich nächstes Jahr über die beiden Varianten entscheiden. Danach wird das Volk das letzte Wort haben. Das Gebiet am Bielersee auf dem Agglolac entstehen soll, gehört zu den attraktivsten und wertvollsten Landreserven der Schweiz. (zec/sda)

Erstellt: 13.10.2017, 11:01 Uhr

Artikel zum Thema

Agglolac-Gegner sehen sich im Aufwind

In Biel und Nidau formiert sich der Widerstand gegen das Bauprojekt Agglolac. Die Gruppe Zentralparc ist am Dienstag vor die Medien getreten, um ihre Argumente gegen das Projekt darzulegen. Mehr...

Agglolac im Gegenwind

Gegen die 500-Millionen-Überbauung des ehemaligen Bieler Expo-Areals formiert sich Widerstand. Sogar Grüne kritisieren die Verdichtung im neu entstehenden Quartier. Mehr...

Nidauer Agglolac-Hochhaus spaltet die Gemüter

Die Mitwirkung zum Projekt Agglolac ist ausgewertet. Vor allem das Hochhaus stösst auf Ablehnung. Mehr...

Werbung

Immobilien

Kommentare

Abo

Das digitale Monatsabo Light für Leser.

Nutzen Sie den «Bund» digital im Web oder auf dem Smartphone. Für nur CHF 19.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!

Die Welt in Bildern

Nichts für Gfrörlis: Ausserhalb der sibirischen Stadt Krasnoyarsk wurden Minus 17 Grad gemessen. (10. Dezember 2017)
(Bild: Ilya Naymushin) Mehr...