Zum Hauptinhalt springen

Berns zu teure Strassen, Häuser und Tunnel

Der Kanton Bern nimmt wegen der Probleme in der Kiesbranche einen beträchtlichen, volkswirtschaftlichen Schaden in Kauf.

Der Kanton hat nicht genau hingeschaut, wenn es um die Kosten ging.
Der Kanton hat nicht genau hingeschaut, wenn es um die Kosten ging.
Franziska Rothenbühler

Es ist paradox: Da arbeitet die Berner Regierung ein 185-Millionen-Sparpaket aus und kürzt schon fast verzweifelt Beträge zusammen – betroffen sind pflegebedürftige Senioren, Sozialhilfebezüger, Schülertransporte oder Gartenbauschulen. Dabei könnte der Kanton Bern bei seinen zahlreichen Bauprojekten Jahr für Jahr einfach so mehrere Millionen Franken sparen – weil er dort zu viel für Kies und Beton bezahlt.

Überhöhte Preise, mangelnde Aufsicht der Branche durch den Kanton: Die Befunde der Finanzkontrolle, des obersten, unabhängigen Kontrollorgans des Kantons, wiegen schwer. Der Bericht liefert genügend Anhaltspunkte, dass es im Kies- und Deponiewesen Probleme gibt – auch wenn das Ausmass umstritten ist und noch genauer untersucht werden muss. Das laufende Verfahren der Wettbewerbskommission gegen mehrere Kiesfirmen aus dem Raum Bern-Thun dürfte weitere Erkenntnisse bringen.

Klarheit ist nötig: Die Hälfte des Kieses aus dem Kanton Bern wird für Projekte der öffentlichen Hand verwendet. Damit werden Strassen, Häuser oder Tunnel gebaut. Der Steuerzahler muss wissen, was mit seinem Geld passiert. Und die andere Hälfte der Kies-Verbraucher, etwa Firmen oder Hausbesitzer, sollte dies eigentlich auch interessieren. Niemand bezahlt gerne zu viel.

Hinweise auf Missstände in der Kies- und Deponiebranche gibt es schon lange. Beim Kanton sind mehrere Stellen und Direktionen involviert, Verantwortung wollte bisher niemand übernehmen. Ein beträchtlicher volkswirtschaftlicher Schaden wurde in Kauf genommen. Damit deckt der Fall auch strukturelle Probleme beim Kanton auf. In anderen Bereichen gibt es ebenfalls Schwierigkeiten. Auch im Heim- oder Asylwesen zum Beispiel sind die Zuständigkeiten zuweilen diffus, und schon bei der Sanierung des Jugendheims Prêles gingen Millionen verloren. Regierung und Verwaltung sollten vermehrt die eigene Arbeitsweise hinterfragen und dort nach Sparmöglichkeiten suchen.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch