Berner Statthalter warnt vor Blackout-Szenario

Während das SRF grossflächig einen möglichen Strom-Blackout thematisiert, ruft der Berner Regierungsstatthalter Christoph Lerch zum Äufnen von Notvorrat auf.

Ein Stromausfall kann gravierende Folgen haben: Der Hauptbahnhof in Zürich während eines Blackouts im Jahr 2010.

Ein Stromausfall kann gravierende Folgen haben: Der Hauptbahnhof in Zürich während eines Blackouts im Jahr 2010.

(Bild: Keystone (Archiv))

Ein dreitägiger Stromausfall legt ganz Europa lahm. Diesem Horrorszenario widmete das Schweizer Fernsehen SRF unter dem Stichwort «Blackout» am Montag einen ganzen Thementag. Grundlage des von der Sendung thematisierten Ereignisses ist eine Risikoanalyse des Bundes aus dem Jahr 2015, wonach ein überregionaler Blackout alle 30 bis 40 Jahre zu erwarten ist.

Noch während sich die SRF-Zuschauer in der warmen Stube mit dem Schreckensszenario konfrontiert sahen, warnte der Berner Regierungsstatthalter Christoph Lerch (SP) in einer Medienmitteilung vor den Auswirkungen eines Blackouts. In dem zweiseitigen Communiqué ist von einem möglichen Ereignis die Rede, das bei einem Heer blockierter Pendler im Berner Bahnhof beginnt und in einer zusammenbrechenden Gesundheitsversorgung, fehlendem Trinkwasser und beginnenden Plünderungen gipfelt.

«Mineralwasser, Medikamente, Batterien»

Im Communiqué appelliert Lerch an die Bevölkerung, sich im Hinblick auf einen möglichen Blackout mit« Notvorräten wie lang haltbaren Lebensmitteln, Mineralwasser, Medikamenten, Batterien, stromnetzunabhängigen Radios und Notbeleuchtung» einzudecken.

Auf Nachfrage liess Lerch über Hans Probst, den Chef des Verwaltungskreisführungsorgans Bern-Mittelland, mitteilen, Auslöser des Aufrufs sei der SRF-Thementag gewesen: Für den Regierungsstatthalter sei die Sendung «ein geeigneter Anlass, über das Thema Blackout zu informieren» und aufzuzeigen, wie sich die Behörden für den Notfall vorbereiteten. Das Szenario basiere auf der vom Bund erstellten Risikoanalyse, die von einem «recht hohen Risiko» eines Blackouts ausgehe.

«Keine Panikmache»

Probst wies den möglichen Vorwurf von sich , das breite Thematisieren eines Blackouts spiele vor der nächsten Abstimmung über die Energiewende den Gegnern in die Hände - nachdem die SVP gegen das erste Massnahmenpaket zur Energiestrategie 2050 das Referendum ergriffen hat. «Das spielt absolut keine Rolle, es geht nicht um Panikmache sondern darum Leute zu sensibilisieren, sich mit einem minimalen Notvorrat einzudecken», sagte Probst.

Laut Probst beschäftigen die Vorsorgeplanungen zur Bewältigung eines langfristigen totalen Stromausfalls das Führungsorgan des Verwaltungskreises Bern-Mittelland seit ungefähr einem Jahr. Die Problemanalyse und die Lagebeurteilung seien abgeschlossen, noch in Arbeit seien die Konzepte und Massnahmen zur effizienten Bewältigung der Ereignisse im Ernstfall. Sie werden laut Probst zusammen mit dem Bund erarbeitet und sollen innerhalb des nächsten halben Jahres definitiv vorliegen.

DerBund.ch/Newsnet

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