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Berner Spitalgruppe setzt Fragezeichen hinter Spital Riggisberg

Der Verwaltungsrat von Inselspital Bern und Spital Netz Bern (SNB) will die Spitäler Aarberg und Münsingen weiterentwickeln. Dort sieht er die Voraussetzungen für den Betrieb eines Akutspitals als gegeben. Weniger klar sei das in Riggisberg.

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Kämpft mit grossen Problemen: Das Spital Riggisberg.
Kämpft mit grossen Problemen: Das Spital Riggisberg.
Valérie Chételat

Die sogenannten Portalspitäler Aarberg und Münsingen sollen weiterentwickelt werden. Das Spital Aarberg soll im ambulanten und tagesklinischen Bereich wachsen.

Der Insel- und SNB-Verwaltungsrat hat deshalb der Geschäftsleitung der beiden Berner Spitalzentren den Auftrag erteilt, ihm bis März 2014 ein konkretes Projekt zur Sanierung des Operations- und Behandlungstrakts in Aarberg vorzulegen. 20 Millionen Franken will die Berner Spitalgruppe dafür ausgeben. Vor allem die Orthopädie und die Chirurgie sollen im Seeländer Städtchen gefördert werden, wie es in einer Mitteilung vom Dienstag heisst.

Für das Spital Münsingen muss die Geschäftsleitung dem Verwaltungsrat bis Ende Januar Massnahmen zur Weiterentwicklung des Spitals im ambulanten und tagesklinischen Bereich sowie in der Geburtshilfe und der Gynäkologie unterbreiten.

Trotz schwieriger Rahmenbedingungen wolle der Insel- und SNB-Verwaltungsrat die drei Portalspitäler erhalten. Voraussetzungen dafür seien eine genügend grosse Bevölkerungszahl mit genügend Zuweisungen von Ärzten, genügend qualifiziertes Fachpersonal sowie funktionierende «Standbeine», also Fachdisziplinen.

Fragezeichen hinter Riggisberg

Während der Insel- und SNB-Verwaltungsrat diese Voraussetzungen in Aarberg und Münsingen für «klar gegeben» hält, setzt er hinter die Zukunft des Spitals Riggisberg ein Fragezeichen. Es kämpfe derzeit «mit grossen Problemen». Dies wegen Defiziten und wegen mangelnder Fach- und Hausärzten.

Der Verwaltungsrat wolle nun «einen Beitrag dazu leisten», dass das Spital des Gürbetals, des Schwarzenburgerlands und der Gantrischregion «innert einer noch festzulegenden Frist selbsttragend werden kann».

Er sei deshalb bereit, «eine erhebliche, aber klar limitierte Anschubfinanzierung für die Weiterentwicklung des Spitals zu beschliessen». Die Geschäftsleitung von Insel/SNB hat den Auftrag erhalten, bis Ende Januar 2014 ein Konzept vorzulegen.

«Wir wollen Riggisberg halten»

Das reiche aber nicht, heisst es in der Mitteilung weiter. Unabdingbare Voraussetzung für eine sichere Zukunft des Spitals und der regionalen Gesundheitsversorgung sei das Engagement ihrer Region, ihrer Behörden und der niedergelassenen Ärzte.

Es sei zu plakativ zu sagen, das Spital Riggisberg erhalte eine letzte Chance, sagt dazu Insel- und SNB-Verwaltungsratspräsident Joseph Rohrer auf Anfrage. «Wir wollen Riggisberg halten». Es bestehe aber in Riggisberg die Gefahr, dass immer weniger Ärzte ihre Patienten in dieses Krankenhaus einwiesen.

Der Insel- und SNB-Verwaltungsrat habe Kenntnis von einem Brief von Hausärzten der Region an die kantonale Gesundheits- und Fürsorgedirektion. Die Ärzte gäben darin der Befürchtung Ausdruck, dass die Gesundheitsversorgung in dieser Region mittelfristig gefährdet sei. Es gebe immer weniger Hausärzte. Angesichts eines solchen Schreibens seien auch die lokalen Behörden gefordert, sagt Rohrer.

Initiative lanciert

Mit einem Facharztmangel und daraus folgenden Sicherheitsbedenken hatte das Spital Netz Bern im vergangenen Jahr schon die Schliessung der Geburtshilfeabteilung am Riggisberger Spital begründet.

Viele Leute in der Gantrischregion reagierten auf diese Kunde mit der Äusserung, das bedeute den ersten Schritt hin zur Schliessung des gesamten Spitals. In der Folge formierte sich erheblicher Widerstand in der Region. So bildete sich beispielsweise das Komitee «Riggisberg ist überall», das im vergangenen Juni eine Volksinitiative zur Sicherung von Spitalstandorten wie eben Aarberg, Münsingen und Riggisberg ankündigte.

(SDA)

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