Berner SP will Wähleranteil auf 21 Prozent steigern

Die Berner SP will ihren Wähleranteil bei den eidgenössischen Wahlen vom 18. Oktober von 19,3 auf 21 Prozent steigern.

SP-Kantonalpräsidentin Ursula Marti will den Wähleranteil steigern.

SP-Kantonalpräsidentin Ursula Marti will den Wähleranteil steigern. Bild: Keystone

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Damit sollen die bisherigen 6 Mandate im Nationalrat gehalten werden, obwohl der Kanton Bern nur noch 25 statt 26 Sitze belegen kann. Als «grösste linke Kraft im zweitgrössten Kanton der Schweiz» habe die Berner SP eine besondere Verantwortung, erklärte Kantonalpräsidentin Ursula Marti am Dienstag vor den Medien in Bern. Nebst der Verteidigung der bisherigen 6 Nationalratsmandate will die SP den Sitz von Ständerat Hans Stöckli im Ständerat halten.

Um ihre Wählerinnen und Wähler zu mobilisieren, führt die SP in allen Kantonen erstmals eine Telefonkampagne durch, um schweizweit 100'000 potenzielle SP-Wähler zu kontaktieren - davon 20'000 im Kanton Bern. Dazu werden 2000 Parteimitglieder in den letzten drei Wochen vor dem Wahltermin je 10 Bernerinnen und Berner anrufen.

Man werde nur Leute anrufen, von denen man ausgehe, dass sie der SP nahestehen, betonte die Parteipräsidentin. Man habe keine Adressen gekauft, sondern nutze eine Datenbank mit Namen von eingeschriebenen Sympathisanten und persönlichen Kontakten von Parteimitgliedern. Die Datenbank werde nicht für andere Zwecke genutzt.

Halbe Million Franken im Wahlkampfkässeli

Bereits durchgeführt hat die SP rund 120 private «Küchentischtreffen», an denen den Parteimitgliedern die Kampagne erklärt worden sei. Dabei handelt es sich gemäss Marti um «ein Schneeballsystem im positiven Sinne». Im Gegensatz zu den Bürgerlichen könne sich die SP keine millionenschwere Inseratekampagne leisten.

Die SP des Kantons Bern setzt nach eigenen Angaben 400'000 Franken für den Nationalrats- und 90'000 Franken für den Ständeratswahlkampf ein. Darin nicht enthalten sei die Dachkampagne der SP Schweiz sowie die persönlichen Wahlkampfbudgets der einzelnen Kandidierenden.

Für die Finanzierung der SP-Kampagne muss jede Person auf der Nationalratsliste 500 Pranken sowie 5 Prozent des persönlichen Wahlbudgets abliefern. Wieviel die Kandidierenden aus ihrem eigenen Portemonnaie investieren, konnte Marti am Dienstag nicht beziffern. Konkrete Zahlen lägen der Partei erst im Oktober vor.

Keine Höchstgrenze

Der Ehrenkodex, den die Kandidierenden unterzeichnet haben, legt keine Höchstgrenze für die persönlichen Wahlkampfbudgets fest. Dass die Kandierenden exorbitante Summen zur Verfügung hätten, sei bei der SP «sicher kein Problem», erklärte Nationalrat Corrado Pardini.

Ständerat Hans Stöckli strebt ein Wahlbudget von insgesamt 200'000 Franken an. Davon berappt Stöckli gemäss SP-Angaben 60'000 Franken selbst, der Rest soll aus Spenden stammen.

In den Wahlkampf um die 25 Berner Nationalratssitze zieht die SP mit vier Listen: SP Frauen, SP Männer, SP Frankophone und einer separaten Juso-Liste. Aufgrund der Bevölkerungsentwicklung muss der Kanton Bern in der neuen Legislatur einen der bisher 26 Sitze abgeben. (mer/sda)

Erstellt: 01.09.2015, 12:07 Uhr

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