Berner Schulen sollen Lektionen ausfallen lassen

Im Kanton Bern fehlt es an Lehrpersonal. Der Berufsverband der Lehrpersonen schlägt deshalb eine brisante «Notmassnahme» vor.

Wegen dem Mangel an Lehrpersonal könnten Unterrichtsstunden ausfallen.

Wegen dem Mangel an Lehrpersonal könnten Unterrichtsstunden ausfallen.

(Bild: Keystone)

Christoph Aebischer@cab1ane

Nur dank dem Einsatz angehender Lehrerinnen und Lehrer konnten zum Schuljahresbeginn alle Lehrerstellen besetzt werden. Und die Situation ist weiterhin angespannt. Nun schlägt der Berufsverband der Lehrpersonen, Bildung Bern, eine brisante «Notmassnahme» vor: Schulen, die keine professionell ausgebildeten Lehrer fänden, sollten Lektionen ausfallen lassen.

Pikant an der gestern versandten Mitteilung ist der Zeitpunkt: Am Donnerstag will die Erziehungsdirektion des Kantons Bern ihre Massnahmen zur Linderung des Lehrkräftemangels präsentieren. Anna-Katharina Zenger von Bildung Bern räumt auf Anfrage ein, dass dies als Provokation aufgefasst werden könne. So sei der Beitrag aber nicht gemeint. Er sei eine Reaktion auf die wachsende Belastung an den betroffenen Schulen. Diese gefährde die Qualität. Die bisher bekannt gewordenen Gegenmassnahmen des Kantons seien nicht ausreichend, sagt sie.

Erst kürzlich schrieb die Erziehungsdirektion beispielsweise pensionierte Lehrpersonen an, um sie aus dem Ruhestand zu holen. Wenn schon, so Zenger, müssten in andere Berufe oder Kantone abgesprungene Lehrpersonen zurück in die Schulstube geholt werden. Doch dazu brauche es bessere Rahmenbedingungen.

Der Bund

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