Bern will Chefarzt-Löhne nicht beschränken

Wegen befürchteten «Qualitätseinbussen oder Reputationsverlusten» will der Regierungsrat keine Maximallöhne für Ärzte an kantonalen Spitälern.

Blick in den Hochpräzisions-Operationsbereich im Inselspital. (Archiv)

Blick in den Hochpräzisions-Operationsbereich im Inselspital. (Archiv)

(Bild: Urs Baumann)

Der Regierungsrat ist gegen einen Lohndeckel für Chefärzte im Kanton Bern. Dies geht aus der Antwort des Regierungsrates auf einen Vorstoss der Grossrätinnen Ursula Marti (SP) und Melanie Beutler-Hohenberger (EVP) hervor.

Eine Einführung einer allgemeinen Vergütungsbeschränkung für den Kanton Bern sei «wenig zielführend» und würde einen Systemwechsel nötig machen, schreibt der Regierungsrat. Heute würden die Spitäler über weitgehende unternehmerische Freiheit verfügen, was auch die Löhne beinhalte.

Bei einem Lohndeckel befürchtet der Regierungsrat zudem «erhebliche Standortnachteile» für die bernischen Spitäler. «Die Spitäler müssten das Risiko einer Abwanderung hoch qualifizierter Ärztinnen und Ärzte in andere Kantone tragen, was mit Qualitätseinbussen oder Reputationsverlusten verbunden sein könnte.»

Thema national auf dem Tisch

Mit der Forderung nach einem Maximallohn stehen die Bernischen Grossrätinnen allerdings auch national nicht ganz alleine da. Wie die «NZZ am Sonntag» (NZZaS) in ihrer aktuellen Ausgabe schreibt, spricht sich auch die Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK) dafür aus. Diese habe im Mai eine Empfehlung zur Spitalplanung verabschiedet, welche unter anderem vorsieht, dass ein Kanton bei der Vergabe der Leistungsaufträge an die Spitäler auch Lohnobergrenzen vorgeben kann. Zahlen nennt die Empfehlung aber keine.

Bereits Massnahmen ergriffen hat der Kanton St. Gallen. Am dortigen Kantonsspital sind die Löhne auf 700'000 Franken im Jahr limitiert. Kantone wie Zürich, Basel-Stadt oder Thurgau sind gemäss «NZZaS» daran, die Empfehlungen zu prüfen.

zec

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