Stöckli und Luginbühl sind deutlich gewählt

Bei den Ständeratswahlen haben die beiden Bisherigen, Werner Luginbühl (BDP) und Hans Stöckli (SP), deutlich gesiegt.

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Die beiden bisherigen Ständeräte, Werner Luginbühl (BDP) und Hans Stöckli (SP), werden auch in den kommenden vier Jahren den Kanton Bern im Ständerat vertreten. Die beiden schafften die Wiederwahl im zweiten Wahlgang am Sonntag erwartungsgemäss locker. Zum Interview mit den Frischgewählten geht es hier.

Luginbühl erzielte 169'903 Stimmen, Stöckli kam auf 159'974. Das absolute Mehr von 88'211 Stimmen übertrafen beide bei weitem. Die Stimmbeteiligung lag bei 29,2 Prozent.

Das Bisherigen-Duo wurde am Sonntag einzig vom parteilosen Bruno Moser herausgefordert. Dieser kam auf 22'966 Stimmen. Das sind immerhin fünfmal mehr als im ersten Wahlgang am 18. Oktober mit 4114 Stimmen.

Am meisten Stimmen holte Moser am Sonntag im Seeland und im Berner Jura: In beiden Wahlkreisen fand sich sein Name auf gut 12 Prozent der abgegebenen Wahlzettel. Der in Orvin wohnhafte Moser knackte in sechs bernjurassischen und zwei Seeländer Gemeinden sogar die 20-Prozent-Grenze.

Wirbel um Politquerkopf

Schon nach dem ersten Ständeratswahlgang vom 18. Oktober lagen Luginbühl und Stöckli vorne. In der Folge räumten bis auf Moser alle Konkurrenten das Feld. Dass der selbsternannte «Freiherr von Moser» eine stille Wahl der beiden Bisherigen verunmöglichte, trug ihm viel Kritik ein. Doch Moser pochte auf demokratische Grundrechte.

Den Kanton Bern kostete der zweite Wahlgang rund eine halbe Million Franken. 62 Rappen pro Wählerin und Wähler für eine demokratische Ausmarchung, wie Moser die Sache sieht.

Unterdessen sind im Kanton Bern Bestrebungen angelaufen, Hürden für eine Teilnahme am zweiten Wahlgang einzubauen. Nach mehreren Parteien reichte auch eine Kommission des bernischen Grossen Rats einen Vorstoss zur Änderung der Spielregeln ein.

Ohne den Namen zu nennen, liess die Kommission durchblicken, Moser habe «keine reellen Chancen auf eine Wahl». Solche Urnengänge strapazierten die direkte Demokratie, seien staatspolitisch fragwürdig und führten zu unnötigen Ausgaben.

Freude bei der BDP

Die beiden bisherigen Ständeräte Werner Luginbühl und Hans Stöckli konnten dem zweiten Wahlgang gelassen entgegen blicken. Ihr Wahlkampf beschränkte sich auf ein Minimum.

Die BDP, die bei den Nationalratswahlen am 18. Oktober im Kanton Bern einen Sitzverlust hinnehmen musste, freute sich am Sonntag über die Wiederwahl von Luginbühl in den Ständerat.

Mit den ausgezeichneten Resultaten von Luginbühl im ersten und zweiten Wahlgang habe die Partei beweisen, dass «die Schweiz die Lösungskompetenz der BDP braucht», heisst es in einer Mitteilung.

Luginbühl ist seit 2007 Ständerat. Er gilt als unaufgeregter Sachpolitiker. Ihm behagt die differenzierte Art der Diskussion in der kleinen Kammer.

Der Bauernsohn aus Krattigen kann auf eine lange Politkarriere zurückblicken. Gestartet hat er seine Laufbahn bei der SVP. Mitte der 1990-er Jahre war er Partei- und Fraktionssekretär. 1998 wurde er in die Berner Kantonsregierung gewählt, der er bis 2008 angehörte.

Geteilte Standesstimme etabliert

Auch die SP freute sich über die Wiederwahl von Hans Stöckli. Das Resultat wertet die Partei als «klares Vertrauensvotum» für die Arbeit des Bielers in der kleinen Kammer.

Die Berner Sozialdemokraten gratulierten auch Luginbühl. Mit der Bestätigung der beiden Bisherigen zeige sich, dass sich die geteilte Standesstimme im Kanton Bern klar etabliert habe. Die Bevölkerung habe auf bewährte und gemässigte Kräfte gesetzt.

Seit 2011 ist der Sozialdemokrat Stöckli der zweite Berner Ständerat. Der ehemalige Bieler Stadtpräsident gilt als volksnah, undogmatisch und wirtschaftsfreundlich.

Für die Arbeit im Ständerat von Vorteil ist, dass Stöckli zu den moderaten Sozialdemokraten gehört. Laut einer Analyse von Politologe Michael Hermann in der «NZZ politisiert unter den SP-Parlamentariern bloss die Aargauer Ständerätin Pascale Bruderer rechts von Stöckli.

Dies verhilft Stöckli auch zu Sympathien in Wirtschaftskreisen. Stöckli selber bezeichnete seine Politik als Bieler Stadtpräsident einst als «rot mit schwarzen Zahlen».

Trotz geteilter Standesstimme hat das Duo Stöckli/Luginbühl im Ständerat bisher gut funktioniert. Ein Umstand, den beide auch immer wieder betonten.

hjo/sda

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