Bern kann 
auch so über die Runden kommen

Nimmt man den am Dienstag präsentierten Abschluss als Referenzgrösse, so sollte der Kanton Bern auch mit einem gekürzten NFA-Betrag ohne neue Sparbeschlüsse über die Runden kommen.

Jetzt ist eidgnössische Solidarität gefragt.

Jetzt ist eidgnössische Solidarität gefragt.

Simon Wälti

Dank dem Finanzausgleich wird der Kanton Bern gestärkt. Angestrebt sind bei der Finanzkraft 85 Prozent des schweizerischen Mittels, seit 2008 hat Bern diese Limite immer übertroffen.

Aber auch nach den jährlichen Milliardenzahlungen liegt der Kanton Bern weit hinter den Klassenbesten, den finanzkräftigsten Geberkantonen, zurück. Zugs Ressourcen zum Beispiel belaufen sich auf das Dreifache des schweizerischen Mittels. Die Kluft ist gross. Um den Zusammenhalt in der Schweiz nicht zu gefährden, braucht es diese substanzielle Umverteilung.

Solidarität kostet, und sie hat immer etwas Strapazierendes an sich – sonst sind es Lippenbekenntnisse. Es ist deshalb nicht sinnvoll, wenn Geberkantone allzu schrille Klagelieder anstimmen. Zudem ist nicht alles in Stein gemeisselt. Hinter heutigen Standortvorteilen können sich auch Klumpenrisiken verbergen. Wenn es eine Grossbank «verjagt» oder wenn eine Fluggesellschaft am Boden bleibt, ist ebenfalls eidgenössische Solidarität gefragt.

Für die Geberkantone wurde die Solidarität zuletzt indessen überstrapaziert. Der Nationalrat, in dem die Nehmer eine Mehrheit haben, ist ihnen entgegengekommen. Der Schritt ist gerechtfertigt. Möglich war dies nur, weil nicht alle Nationalräte und Nationalrätinnen nach Portemonnaie und Nummernschild für ihren Heimatkanton gestimmt haben. Nun ist noch einmal der Ständerat am Zug, der sich im ersten Anlauf gegen die Kürzung der einfliessenden Mittel ausgesprochen hat.

Der Kanton Bern würde durch die Reduktion 90 Millionen Franken verlieren, erhielte aber wohl immer noch über 1,1 Milliarden Franken pro Jahr vom Bund und den Kantonen. Zuletzt hat der Kanton, im Unterschied zu anderen Kantonen, positive Abschlüsse vorgewiesen. Die schwarzen Zahlen sind Sparpaketen mit schmerzhaften Massnahmen geschuldet. Nimmt man den am Dienstag präsentierten Abschluss als Referenzgrösse, so sollte Bern aber auch mit einem gekürzten NFA-Betrag ohne neue Sparbeschlüsse über die Runden kommen.

Der Bund

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt

Loading Form...