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Bern integriert jugendliche Asylsuchende erfolgreich

80 Prozent der Minderjährigen schaffen den Einstieg ins Berufsleben.

Schaffen oft den Einstieg ins Berufsleben: Minderjährige Asylsuchende im Zentrum Bäregg.
Schaffen oft den Einstieg ins Berufsleben: Minderjährige Asylsuchende im Zentrum Bäregg.
Franziska Schneider (Archiv)

Die Kosten für die unbegleiteten minderjährigen Asylsuchenden sind in der Kritik. Die SVP bekämpft einen entsprechenden Kredit mit dem Referendum. Doch die Erfahrungen von Fachleuten zeigen: Rund 80 Prozent der Asylsuchenden, welche als Minderjährige allein in den Kanton Bern kommen, schaffen als Volljährige den Einstieg ins Berufsleben. Zu dieser Schätzung kommt die Zentrum Bäregg GmbH, welche für die Betreuung der Jugendlichen im Kanton Bern zuständig ist. Lehrpersonen, welche die Asylsuchenden in speziellen Brückenschuljahren unterrichten, bestätigen die Grössenordnung. Am meisten Mühe bekundeten Jugendliche aus Eritrea, welche nach den Afghanen die zweitgrösste Gruppe darstellen.

Im Vergleich zu erwachsenen Flüchtlingen, ist die Integration der Jugendlichen ins Arbeitsleben erfolgreich. Die Erwerbsquoten von anerkannten Flüchtlingen und vorläufig Aufgenommenen liegen im Kanton Bern bei 20 bis 30 Prozent.

Die Co-Präsidentin des Referendumskomitees, SVP-Grossrätin Andrea Gschwend-Pieren, bezeichnet die Erfolgsquote von 80 Prozent als «unglaubwürdig». «Der Kanton konnte gegenüber den grossrätlichen Kommissionen keine Auskunft geben», sagt sie. Zu den Schätzungen könne sie sich deshalb nicht äussern. Interessiert ist die SVP am Ergebnis der Integrationsbemühungen, weil die Partei die Kosten dafür bekämpft. Am 21. Mai wird im Kanton Bern über einen Asylsozialhilfekredit von 105 Millionen Franken abgestimmt. Nötig ist der Kredit, weil der Bund die Kosten für Unterbringung und Betreuung der Jugendlichen nicht vollständig übernimmt.

Das Berner Betreuungsmodell ist aus einer Krise im Umgang mit den jugendlichen Asylbewerbern entstanden. «Es ist vorbildlich, aber kein aussergewöhnliches Luxusmodell», sagt Anja Klug, Leiterin des Schweizer Büros des UNO-Flüchtlingshilfswerks.

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