Bern führt Statistik bei Verkehrstoten an

Im Kanton Bern gab es mehr Verkehrstote als in allen anderen Kantonen. Besonders Velo-, E-Bike-Fahrer und Senioren sind gefährdet.

Im Kanton Bern gab es 2017 die meisten Toten im Strassenverkehr (Symbolbild).

Im Kanton Bern gab es 2017 die meisten Toten im Strassenverkehr (Symbolbild). Bild: Franziska Rothenbühler

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Es ist ein trauriger Rekord: In keinem anderen Kanton gab es letztes Jahr mehr Tote im Strassenverkehr: 39 der schweizweit 230 Todesopfer waren im Kanton Bern zu beklagen, wie das Bundesamt für Strassen (Astra) am Dienstag mitteilte. Bereits in den beiden Jahren zuvor führte der Kanton Bern die nationale Statistik an. Pro Kopf hat es in den letzten zehn Jahren mehr tödliche Unfälle gegeben als etwa im Kanton Zürich. Die Kantonspolizei Bern sagte auf Anfrage, dass ein Vergleich zwischen verschiedenen Kantonen gestützt auf die blossen Zahlen zu kurz greife.

Besonders Velofahrer sind von den höheren Unfallzahlen betroffen. Marc Kipfer von der Beratungsstelle für Unfallverhütung (BfU) sagt, dass «bei Velofahrern vor allem die Sichtbarkeit wichtig ist». Auch tagsüber sollten Velofahrer das Licht einschalten. «Was in der Dämmerung hilft, hilft auch am Tag», so Kipfer. Auch reflektierende und helle Kleidung sorge für bessere Sichtbarkeit.

Ein Anstieg der Anzahl Schwerverletzter ist auch bei E-Bike-Fahrern feststellbar. Die Zahl hat sich seit 2013 fast verdoppelt – auf 224 Personen. Dies hängt laut Kipfer vor allem mit der wachsenden Anzahl E-Bikes zusammen. E-Bike-Fahrer müssten sich bewusst sein, dass nachfolgende Autofahrer nicht immer erkennen könnten, dass vor ihnen ein E-Bike zu einem Überholmanöver ansetze, sagt Kipfer. E-Bikes sollten demnach nicht immer mit voller Geschwindigkeit fahren.

Als auffällig bezeichnet Kipfer, dass sich auch mehr tödliche Unfälle bei älteren Fussgängern ereignet haben. Er empfiehlt, bei der künftigen Verkehrsplanung die Sicherheit von Senioren zu verbessern. «Das Problem wird sich noch akzentuieren, da der demografische Wandel auch auf der Strasse stattfindet», sagt Kipfer.

Velo-Initiative angenommen

Roadcross-Mediensprecher Stefan Krähenbühl sagt, dass es zentral sei, die Verkehrswege von Fussgängern, Velofahrern und Autos voneinander zu trennen. Dies sei aber «leider oft utopisch», da gerade in Städten häufig der Platz fehle für zusätzliche Velowege. Aus diesem Grund hat Pro Velo Schweiz die Velo-Initiative lanciert. Diese will erreichen, dass Velofahren in der Bundesverfassung ebenso verankert wird wie das Wandern und das Zu-Fuss-Gehen. Der Gegenentwurf des Bundesrats ist am Dienstag in der Schlussabstimmung vom Parlament angenommen worden, wie Pro Velo Schweiz mitteilte.

Langfristig ist ein Abwärtstrend bei Strassenunfällen feststellbar. Während die Zahl der getöteten Autofahrer zurückgeht, stagniert sie bei Velofahrern. (Der Bund)

Erstellt: 13.03.2018, 20:38 Uhr

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