Zum Hauptinhalt springen

«Die Dakota ist unsere Geschichte»

Der Gletscher hat nach 72 Jahren Teile der abgestürzten Dakota freigegeben. Diese werden nun geborgen. An den Wrackteilen haben verschiedene Museen Interesse.

Die amerikanische Dakota C-53 war am 19. November 1946 im Nebel vom Kurs abgekommen und konnte mit viel Glück auf dem Gauligletscher notlanden. Nun wird ab heute Montag aufgeräumt.
Die amerikanische Dakota C-53 war am 19. November 1946 im Nebel vom Kurs abgekommen und konnte mit viel Glück auf dem Gauligletscher notlanden. Nun wird ab heute Montag aufgeräumt.
Peter Klaunzer, Keystone
Rund zehn Personen stehen für die Aufräumarbeiten im Einsatz.
Rund zehn Personen stehen für die Aufräumarbeiten im Einsatz.
Peter Klaunzer, Keystone
In einer beispiellosen Rettungsaktion wagten 1946 die Schweizer Militärpiloten die weltweit erste Rettung im Hochgebirge aus der Luft.
In einer beispiellosen Rettungsaktion wagten 1946 die Schweizer Militärpiloten die weltweit erste Rettung im Hochgebirge aus der Luft.
Peter Klaunzer, Keystone
1 / 5

72 Jahre nach ihrem Absturz wird auf dem Gauligletscher ein Teil der amerikanischen Dakota geborgen. Am Montag begannen elf Soldaten der Schweizer Luftwaffe, den Fundplatz zu räumen und auf dem Gletscher Schrottteile zusammenzutragen. Denn im rekordheissen Sommer war das Eis geschmolzen und hatte das alte Wrack zumindest teilweise freigegeben. Die herausragenden Teile mussten zum Teil abgesägt werden. Und auch der mehrere Hundert Kilogramm schwere Motor der Maschine mitsamt Propeller wurde für den Lufttransport vorbereitet, wie der Grenchner Aviatikjournalist Peter Brotschi berichtet.

Brotschi war gestern dabei und beobachtete das Geschehen. Die Wrackteile wurden in grosse Säcke verpackt und für den Abtransport vorbereitet. Heute sollen sie mit einem Super Puma ins Urbachtal geflogen werden. Von dort werden sie auf Lastwagen geladen und auf den Flugplatz nach Meiringen gebracht.

Teile fürs Museum

Was nun mit ihnen geschieht, ist noch unklar. Grundsätzlich gehört das Flugzeug der Eidgenossenschaft, wie der Kantonsarchäologe Adriano Boschetti sagt. «Die Amerikaner haben es 1947 der Schweiz geschenkt.» Dafür habe sich der Bundesrat bedankt. Boschetti ist involviert, weil sich das Wrack auf Berner Boden befindet. Sobald die Teile geborgen seien, würden sie gesichtet; man werde zusammen mit der Luftwaffe und der Gemeinde Innertkirchen entscheiden, was mit ihnen geschehe.

Interesse daran haben unter anderem das Verkehrshaus in Luzern und die Gemeinde Innertkirchen. Diese betreibt im Tourismuszentrum am Grimseltor seit fünf Jahren eine Ausstellung über den Flugzeugabsturz. «Solange das Thema aktuell ist, möchten wir es präsent halten», sagt der Gemeindepräsident Walter Brog. Er rechnet damit, dass der Gletscher in den nächsten fünf bis zehn Jahren immer mehr Teile des abgestürzten Flugzeugs freigeben wird. Später sei der richtige Platz der Teile im Hangar mit alten Flugzeugen auf dem Militärflugplatz in Meiringen. «Die Dakota ist unsere Geschichte», sagt er.

Doch warum kann das Flugzeug nicht auf dem Gletscher bleiben? Dazu sagt Kantonsarchäologe Boschetti, dies geschehe primär aus Sicherheitsgründen. Und: «Wenn man der Meinung ist, das Wrack sei ein wichtiges Objekt, sollte man es nicht vergammeln lassen.» Genau das würde aber passieren, wenn Bestandteile nach und nach aus dem Eis hervorkämen und nicht von Fachleuten geborgen, sondern von Berggängern und Touristen gefunden würden.

SDA/crt

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch