Bei klirrender Kälte in die Badi

Den Berner Freibädern wird vermehrt auch in den kühlen Monaten Leben eingehaucht – unter anderem mit Saunas.

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Kaum waren im Herbst die Wiesen der Berner Freibäder von den Badetüchern befreit, nahmen sie andere in Beschlag. So fand etwa Anfang Oktober ein Fliegenfisch-Contest im Wylerbad statt, wenig später eine nachmittägliche Party, und im «Weyerli» kurvten am Radquer-Weltcup Velofahrer um das Becken herum. Und nun werden auch die Wiesen des Lorrainebades wiederbelebt: Ab morgen kann man dort in Jurten-Saunen schwitzen. «Wir möchten diese Flächen auch in den kühleren Monaten attraktiv machen», bestätigt Markus Gasser, Geschäftsleiter des Berner Sportamts. Man prüfe jede Anfrage und schaue, ob die Sicherheit gewährleistet und die Veranstaltung passend sei. «Aber wir sind mehrheitlich offen für Angebote neben der Badesaison.»

Und deshalb hat ein Verein die Bewilligung erhalten, im Lorrainebad während der kalten Monate vier Jurten aufzustellen, die ab sofort geheizt werden. Die Sportdirektorin Franziska Teuscher (GB) sagte gestern: «Es ist toll, dass das Lorrainebad auch in den Wintermonaten belebt wird», kurz bevor sie feierlich den ersten Aufguss vornahm.

Motion will Winter-Beizli

Die Stadt Bern zeigt sich also offen gegenüber verschiedensten Anlässen. Heute findet im «Weyerli» zum Auftakt der Schlittschuhsaison eine Eisdisco unter dem Motto «Halloween» statt. Und am 7. Dezember steht dann das weihnächtliche Eiskunstlaufen bis spät nachts in der Ka-We-De auf der Agenda, wofür extra ein Weihnachtsbaum und ein Weihnachtsmarkt aufgestellt werden und Kinder Lebkuchen verzieren können.

Passend dazu wurde im Stadtrat ein Vorstoss eingereicht, der fordert, dass die Badibeizli auch in den Wintermonaten geöffnet werden dürfen. In der Ka-We-De ist das wegen der Eisbahn bereits möglich. Heinz Rub, Wirt im Marzilibad, begrüsst es, dass die Grünflächen der Badis genutzt werden. Auf Anfrage sagt er, er könnte es sich durchaus vorstellen, auch in den kühleren Monaten seine kleine Beiz zu öffnen – vor allem, wenn zeitgleich eine Veranstaltung Leute in die Badi locke. Er müsse sich aber gut überlegen, was man im Winter anbieten könnte: «Denn genügend Möglichkeiten, draussen Fondue zu essen, gibt es bereits», sagt er.

Politischer Entscheid vertagt

Dagegen hält es der Marzili-Wirt für wenig wirtschaftlich, in den Sommermonaten seine Beiz länger als das Bad offen zu haben - denn auch das fordern die Motionäre. «Wir haben nur eine kleine Küche und nur sehr begrenzt Möglichkeiten zu kochen.» Deshalb würden die Gäste nach der Schliessung der Wasserbecken nach neun Uhr weiterziehen. In den nächsten Jahren sei aber geplant, die Marzili-Küche zu renovieren. «Dann könnte man ein neues gastronomisches Angebot schaffen, für welches die Leute gerne sitzen bleiben», sagt Rub. Bei der Stadt Bern ist man dem Vorhaben gegenüber nicht abgeneigt: «Wir können uns vorstellen, dass es sinnvoll ist, die Beizen länger offen zu haben», sagt Gasser vom Sportamt. Man müsse aber etwa mit baulichen Massnahmen gewährleisten, dass niemand ins Bassin fallen könne. Diesen Sommer habe man aber in der Ka-We-De bereits gute Erfahrungen gesammelt, dort wurden bis spät in die Nacht Drinks auf der Sommerterrasse serviert.

Auch die Betreiber der Buvette im Lorrainebad sagten kürzlich gegenüber der «Berner Zeitung», dass sie an sommerlichen Spitzentagen gerne länger geöffnet haben würden. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 01.11.2018, 19:11 Uhr

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