Statt Luginbühl soll Simon in den Ständerat

Der Berner BDP-Ständerat Werner Luginbühl tritt nicht mehr an. An seiner Stelle soll Regierungsrätin Beatrice Simon für die BDP ins Stöckli einziehen.

BDP-Regierungsrätin Beatrice Simon<p class='credit'>(Bild: Adrian Moser)</p>

BDP-Regierungsrätin Beatrice Simon

(Bild: Adrian Moser)

Dölf Barben@DoelfBarben

Damit hat kaum jemand gerechnet: Der Berner BDP-Ständerat Werner Luginbühl will bei den Wahlen am 20. Oktober dieses Jahres nicht mehr antreten. Werner Luginbühl hat alle lange auf seinen Entscheid warten lassen. Nun hat er sich aber entschieden, wie er am Freitagvormittag an einer Medienkonferenz erklärte.

Luginbühl begründete seinen Entscheid vor allem mit der langen Zeit, die er bereits in der Politik sei. Es sei für ihn nicht ganz einfach gewesen, sagte der 61-Jährige. Und er sei sich bewusst, dass er sich dafür viel Zeit gelassen habe. Er habe sich aber gegenüber der Partei nicht geziert. Der Rückzug falle ihm leichter, weil mit Beatrice Simon der BDP eine gute Kandidatin zur Verfügung stehe. Er schaue mit Wehmut, aber auch mit Genugtuung auf die Zeit im Ständerat zurück, sagte Luginbühl.

Jan Gnägi, Präsident der bernischen BDP, sagte, es wäre wünschenswert gewesen, dass Luginbühl nochmals kandidiert. Dieser sei aber nicht unter Druck gesetzt worden von der Partei. Der Berner Ständeratssitz sei für die BDP Schweiz, die im Bundeshaus mit acht Personen vertreten ist, eine Schlüsselposition. Die Hälfte der Vertreter seien aus dem Kanton Bern. Damit stehe die bernische BDP in einer besonderen Verantwortung, Luginbühls Sitz zu sichern.

Beatrice Simon sagte, sie habe einen gut gefüllten Rucksack für diese Kandidatur. Sie bezeichnete sich als konstruktiv und lösungsorientiert. Ob die 58-Jährige, die seit 2010 Regierungsrätin ist, auch für den Nationalrat kandidieren wird, ist noch unklar. Das müsse noch diskutiert werden, hiess es.

Selber habe sie gehofft, dass Werner Luginbühl nochmals antreten werde, sagte sie. Schon als erste BDP-Präsidentin des Kantons Bern befand sie sich in einer ähnlichen Lage: Damals trat Urs Gasche überraschend nicht mehr zur Regierungsratswahl an. Als Kandidatin nominiert und schliesslich gewählt wurde - Simon.

Rückzug nach zwölf Jahren

Luginbühl war Ende 2007 in die Kleine Kammer gewählt worden. Damals gehörte er der SVP an. Als Vertreter der BDP, die er Mitte 2008 mitbegründete, wurde er 2011 und 2015 als Ständerat wiedergewählt. Von 1998 bis 2007 war Luginbühl Regierungsrat des Kantons Bern gewesen.

Der 61-Jährige hat mit seinem Entscheid lange zugewartet. Allgemein war angenommen worden, er werde nochmals kandidieren. Im letzten Sommer hatte er seine Stelle bei der Mobiliar mit der Begründung aufgegeben, er wolle sich fortan stärker auf sein politisches Amt und Mandate fokussieren.

Ausgangslage immer klarer

Das Feld der ernstzunehmenden Kandidatinnen und Kandidaten für die Ständeratswahlen im Herbst ist somit schon fast komplett: Hans Stöckli (SP), der zweite Berner Ständerat, hat seine Kandidatur bereits Mitte November bekannt gegeben. Der 67-Jährige war Ende 2011 in die Kleine Kammer gewählt worden.

Weitere Kandidatinnen sind die Nationalrätinnen Regula Rytz (Grüne), Christa Markwalder (FDP), Kathrin Bertschy (GLP) und Marianne Streiff-Feller (EVP).

SVP dürfte Karten bald offenlegen

Noch offen ist, mit wem die SVP ins Rennen steigen wird.Die Partei, die bei den letzten zwei Ständeratswahlen im Kanton Bern Niederlagen einstecken musste, hat bisher keine Namen kommuniziert. Sie liess einzig verlauten, dass ein bisheriges Mitglied des Nationalrats kandidieren werde. Ein möglicher Kandidat wäre Kantonalpräsident Werner Salzmann. Adrian Amstutz dagegen, der Ende Jahr wegen Amtszeitbeschränkung aus dem Nationalrat ausscheiden wird, soll bereits signalisiert haben, bei ihm bestehe kein Interesse. Hält die Partei am Kriterium Nationalratsmitglied fest, kommt auch Regierungsrat Christoph Neuhaus nicht in Frage - dessen Name in diesem Zusammenhang eine zeitlang genannt worden war.

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